Vorsatzschalen, Brandschutz, Schallschutz an Holzbalkendecken.
- Preisspanne
- 45–90 €/m² Vorsatzschale
- Bauzeit typisch
- 1–3 Wochen
- Förderung
- nur mit Dämmung
- Stand
- 09/2026
Was der Betrieb übernimmt
- Ständerwände, Vorsatzschalen und abgehängte Decken
- Brandschutzbekleidungen F30 bis F90 an Holzbalkendecken
- Schallschutzaufbauten für Wohnungstrennwände und Decken
- Feuchtraumaufbauten, Vorwandinstallation, Revisionsöffnungen
- Kalziumsilikat- und Holzfaser-Innendämmung als Systemaufbau
- Spachtelarbeiten bis Qualitätsstufe Q4, Anschlüsse an Altbausubstanz
Im Bestand besonders zu beachten
Trockenbau ist im Altbau selten Selbstzweck — er löst konkrete Probleme: Brandschutz an Holzbalkendecken bei Nutzungsänderung, Schallschutz zwischen Wohnungen, Höhenausgleich bei schiefen Wänden und die Aufnahme neuer Leitungen ohne Schlitzarbeit. Zwei Punkte werden regelmäßig unterschätzt: Alte Wände sind nicht lotrecht und Decken nicht eben, weshalb Unterkonstruktion und Ausgleich mehr Zeit brauchen als im Neubau. Und bei einer abgehängten Decke unter einer Holzbalkendecke entscheidet die federnde Entkopplung darüber, ob der Trittschall tatsächlich leiser wird.
Welche Platte wohin gehört
Gipskarton ist nicht gleich Gipskarton. Die Wahl ist keine Geschmacksfrage, sondern in feuchten Räumen und bei Brandschutzanforderungen vorgeschrieben.
| Platte | Kennzeichnung | Wo sie hingehört |
|---|---|---|
| Bauplatte GKB | grau | Trockene Räume, der Normalfall |
| Imprägnierte Platte GKBI | grün | Bäder, Küchen, Kellerräume – verzögert die Wasseraufnahme, ersetzt aber keine Abdichtung |
| Feuerschutzplatte GKF | rot | Brandschutzanforderungen F30 und F90 |
| Feuerschutz imprägniert GKFI | rot-grün | Beides zusammen, etwa im Bad unter dem Dach |
| Gipsfaserplatte | durchgefärbt | Höhere Festigkeit, gut für Lasten und als Trockenestrich |
Befestigen im Altbau
Das unterrichtete Problem: Die Unterkonstruktion muss irgendwo halten, und die Bestandswand ist selten das, was der Dübel erwartet. Wer hier den Standarddübel nimmt, zieht ihn beim Anziehen der Schraube mit heraus.
| Untergrund | Typisch in | Was hält |
|---|---|---|
| Vollziegel | Bauten bis 1950 | Fast jeder Dübel; einfachster Fall |
| Hochlochziegel | Ab den 1960er-Jahren | Nur Dübel, die in den Hohlkammern spreizen, oder Injektionsmörtel mit Siebhülse |
| Bimshohlblock | 1950er und 1960er | Weich und bröselig – Injektionsmörtel, große Lastverteilung |
| Lehm oder Stakenwand | Fachwerk und ältere Innenwände | Nicht direkt befestigen. Lasten in das Holzgefäch oder in eine eigene Unterkonstruktion einleiten |
| Schlackebeton | Zwischenkriegszeit | Sehr unterschiedlich – erst probieren, dann festlegen |
Wann Trockenbau die falsche Lösung ist
Zwei Fälle, in denen die schnelle Verkleidung den Schaden verdeckt statt behebt – und beide kommen im Altbau ständig vor.
- Vor feuchtem Mauerwerk. Eine Vorsatzschale vor einer Wand mit aufsteigender Feuchte schafft einen unbelüfteten Hohlraum. Dort wächst Schimmel, unsichtbar, jahrelang. Erst die Ursache klären – siehe Feuchtigkeit und Keller.
- Als Ersatz für eine Innendämmung. Eine mit Mineralwolle gefüllte Vorsatzschale ohne dampfbremsende Ebene verlegt den Taupunkt in die Konstruktion. Innendämmung ist ein bauphysikalisch gerechnetes System, kein Trockenbauaufbau mit Dämmung darin.
Was die einzelnen Positionen kosten – Ständerwand, Vorsatzschale, abgehängte Decke, Spachtelgüte und Schallschutz mit Dezibelwerten – steht ausführlich unter Kosten für Trockenbau.
Ständerwand im Altbau
Eine Ständerwand aus Metall- oder Holzprofilen mit Gipsplatten ist im Altbau die schnellste Art, Räume neu aufzuteilen – leicht, trocken und ohne lange Wartezeit. Drei Dinge unterscheiden sie vom Neubau: schiefe Anschlüsse, eine Decke, die sich bewegt, und die Frage, worauf die Wand steht.
| Situation | Lösung |
|---|---|
| Decke oder Wände nicht im Lot | Wand im Lot bauen, Abweichungen an den Anschlüssen mit Anschlussdichtung und Spachtel ausgleichen – nicht der schiefen Wand folgen |
| Holzbalkendecke als Decke | gleitenden Deckenanschluss einbauen: Die Decke biegt sich 10 bis 20 mm durch; eine starr angeschlossene Wand reißt oder trägt ungewollt mit |
| Wand steht auf Dielen | möglichst quer zu den Balken oder direkt auf einem Balken stellen; parallel zwischen zwei Balken nur auf einer lastverteilenden Bohle |
| Wand soll Schall dämmen | doppelt beplankt, Mineralwolle im Hohlraum, Profile mit Dichtband entkoppeln – eine Wohnungstrennwand nur mit Nachweis |
| Tür in der Wand | Türöffnung mit verstärkten UA-Profilen, bei schweren Türen bis unter die Rohdecke führen |
| Aufbau | Dicke | Preis je m² Wand, Fachbetrieb |
|---|---|---|
| einfach beplankt, ohne Dämmung | etwa 75 mm | 50–75 € |
| doppelt beplankt mit Mineralwolle | etwa 100–125 mm | 70–110 € |
| Feuchtraum, imprägnierte Platten | etwa 100 mm | 75–115 € |
Eine Ständerwand wiegt 25 bis 50 kg je m² Wandfläche. Auf eine Holzbalkendecke wirkt das als Linienlast; quer zu den Balken ist das fast immer unkritisch, parallel dazu sollte ein Tragwerksplaner kurz draufschauen.
Trockenbau vor alter Wand
Eine Vorsatzschale vor einer alten, unebenen oder rissigen Wand spart das Verputzen und schafft eine Ebene für Leitungen und Dämmung. Es gibt zwei Bauarten:
| Bauart | Dicke | Wann |
|---|---|---|
| direkt befestigt, mit Direktabhängern oder angesetzten Platten | 30–50 mm | Wand ist tragfähig und nur leicht uneben |
| freistehend, eigenes Ständerwerk mit Abstand | 50–100 mm | Wand stark schief, Leitungen sollen in die Schale, Schallschutz wird verbessert |
- Erst die Feuchte klären. Vor einer feuchten Außen- oder Kellerwand schließt eine Vorsatzschale die Feuchte ein, dahinter wächst Schimmel – siehe Feuchte-Diagnose.
- Außenwand dämmen? Dann gelten die Regeln der Innendämmung mit Dampfbremse und Anschlüssen – siehe Innendämmung im Altbau.
- Keine Luft hinterlüften. Der Hohlraum bleibt geschlossen, sonst kondensiert Raumluft an der kalten Wand.
Was den Preis bestimmt
| Kostentreiber | Einordnung |
|---|---|
| Aufbauart | Einfache Vorsatzschale 45–65 €/m², Schallschutzaufbau mit Doppelbeplankung 75–110 €/m². |
| Brandschutzanforderung | F90-Bekleidung mit geprüftem Aufbau und Nachweis liegt deutlich über Standardausführung. |
| Untergrund | Schiefe Wände und Decken bedeuten Ausgleichsarbeit, die selten in Pauschalen enthalten ist. |
| Spachtelqualität | Q2 ist Standard, Q4 für glatte Anstriche und Streiflicht kostet 8–15 €/m² zusätzlich. |
| Detailpunkte | Laibungen, Nischen, Revisionsklappen und Anschlüsse an Stuck werden nach Aufwand gerechnet. |
Häufige Fragen
Wie verbessere ich den Schallschutz einer Holzbalkendecke?
Wirksam ist die Kombination aus Beschwerung im Balkenfeld, federnd abgehängter Unterdecke und schwimmendem Estrich oder Trockenestrich oben. Einzelmaßnahmen bringen wenig — die Reihenfolge und die konsequente Entkopplung entscheiden.
Braucht die Decke eine Brandschutzbekleidung?
Bei reiner Instandsetzung im Bestand meist nicht. Sobald das Dachgeschoss zur Wohnung ausgebaut oder eine Nutzungseinheit geteilt wird, verlangt die Landesbauordnung in der Regel F30 oder F90 — das ist vor Baubeginn zu klären.
Kann Trockenbau die Wände begradigen?
Ja, und meist günstiger als Ausgleichsputz — allerdings kostet eine Vorsatzschale 5–10 cm Raumtiefe je Wand und muss mit Fensterlaibungen und Heizkörpernischen abgestimmt werden.
Was die einzelnen Positionen kosten – Ständerwand, Vorsatzschale, abgehängte Decke, Spachtelgüte – mit einer durchgerechneten Beispielkalkulation: Kosten für Trockenbau.
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