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Fenster austauschen im Altbau

Fenster austauschen kostet im Altbau je Standardfenster inklusive Einbau 500–1.500 €/Stück†. Erhaltene Kastenfenster lassen sich oft aufarbeiten – ab 200 €/Stück†. Ein dichtes neues Fenster in einer ungedämmten Wand verlagert das Tauwasser in die Laibung; deshalb gehören Anschluss nach RAL, Laibungsdämmung und Lüften zum Auftrag. Stand 10/2026.

Preisspanne
600–1.400 € je Fenster
Bauzeit typisch
1–2 Wochen
Förderung
BEG EM Gebäudehülle
Fenster im Altbau

Was der Betrieb übernimmt

  • Aufmaß, Ausbau der Altfenster, fachgerechte Entsorgung
  • Neue Fenster in Kunststoff, Holz, Holz-Alu oder Aluminium
  • Denkmalgerechte Nachbauten und Kastenfenster-Instandsetzung
  • RAL-Montage mit innen luftdichter, außen schlagregendichter Ebene
  • Fensterbänke innen und außen, Laibungsdämmung, Anschlussputz
  • Haustür, Nebeneingangstür, Rollläden und Insektenschutz

Im Bestand besonders zu beachten

Neue Fenster sind der beliebteste Einstieg in die Sanierung — und der mit dem größten Fehlerpotenzial. Ein dichtes Fenster in einer ungedämmten Wand verschiebt den Taupunkt: Die kälteste Stelle ist dann nicht mehr die Scheibe, sondern die Laibung oder die Zimmerecke, und dort entsteht Schimmel. Deshalb gehören zu jedem Fenstertausch im Altbau zwei Dinge: eine gedämmte Laibung und ein Lüftungskonzept. Bei Gründerzeitfassaden lohnt fast immer die Prüfung, ob das vorhandene Kastenfenster instand gesetzt statt ersetzt werden kann — der Schallschutz eines gut abgedichteten Kastenfensters ist ausgezeichnet.

Welcher U-Wert gemeint ist

In Angeboten stehen mehrere, und sie unterscheiden sich erheblich. Wer den falschen vergleicht, vergleicht Fenster, die nicht vergleichbar sind.

KurzzeichenWas es beschreibtTypischer Wert
UgNur die Glasscheibe0,5 bis 0,7 bei Dreifachverglasung
UfNur der Rahmen0,9 bis 1,6 je nach Material
ΨDer Randverbund zwischen Glas und Rahmen0,03 bis 0,08
UwDas gesamte Fenster, aus allen dreien berechnet0,8 bis 1,3
Maßgeblich ist allein Uw. Ein Angebot, das mit einem Ug von 0,5 wirbt, sagt über das eingebaute Fenster wenig aus. Das Gebäudemodernisierungsgesetz verlangt beim Austausch höchstens 1,3 W/m²K; wer Fördermittel will, muss deutlich darunter bleiben.

Der Fehler, der nach dem Fenstertausch auftritt

Neue Fenster sind dicht – und das ist genau das Problem. Im unsanierten Altbau war das undichte Fenster die Belüftung des Hauses und zugleich die kälteste Fläche im Raum: Dort schlug sich Kondensat nieder, sichtbar und harmlos. Nach dem Austausch ist das Fenster wärmer als die ungededämmte Außenwand. Die Feuchte sucht sich die nächstkälteste Stelle – die Zimmerecke hinter dem Schrank.

Deshalb gehören drei Dinge zum Fenstertausch, die in keinem Standardangebot stehen: die Dämmung der Laibung, ein gedämmter Rollladenkasten und ein Gespräch über das Lüftungsverhalten. Wer die Fassade ohnehin dämmen will, tauscht die Fenster am besten im selben Zug – dann sitzt der Rahmen in der Dämmebene und die Wärmebrücke entfällt ganz.

Kastenfenster: erhalten oder ersetzen

Das größte Missverständnis in der Gründerzeit. Ein intaktes Kastenfenster mit zwei Flügelebenen erreicht instand gesetzt und mit einer Isolierverglasung im inneren Flügel etwa 1,3 bis 1,6 W/m²K – nicht so gut wie ein neues Fenster, aber weit besser als sein Ruf. Dazu kommt ein Schallschutz, den ein einschaliges Fenster kaum erreicht, weil der Luftraum zwischen den Ebenen wirkt.

InstandsetzenErsetzen
Kosten je Fenster700–1.600 €900–2.200 €
U-Wert danach1,3–1,60,8–1,1
Schallschutzsehr gut durch den Kastenaufbaugut, aber teurer zu erreichen
Denkmalschutzin der Regel die geforderte Lösungoft nicht genehmigungsfähig
Substanzbleibt erhaltengeht verloren
Bei Denkmalschutz oder Erhaltungssatzung ist die Entscheidung meist schon gefallen – dann ist die Instandsetzung der einzig genehmigungsfähige Weg. Klären Sie das vor dem Angebot, nicht danach.

Schallschutz nach Klassen

KlasseSchalldämm-MaßWofür
125–29 dBRuhige Wohnstraße
230–34 dBWohnstraße mit mäßigem Verkehr
335–39 dBInnerstädtische Straße
440–44 dBHauptverkehrsstraße
545–49 dBStark befahrene Straße, Bahnstrecke
6ab 50 dBFlughafennähe
Der Wert nützt nur, wenn der Einbau ihn nicht zunichtemacht: Eine offene Fuge oder ein ungededämmter Rollladenkasten kostet leicht fünf Dezibel – also eine ganze Klasse.

Was den Preis bestimmt

KostentreiberEinordnung
MaterialKunststoff 450–800 €/Fenster, Holz 700–1.300 €, Holz-Alu 900–1.600 €, Aluminium ab 1.100 € — jeweils Standardmaß.
VerglasungZweifach 0 €, Dreifach +80–150 € je Fenster; Schallschutzklasse 4 +120–250 €.
DenkmalschutzSprossenteilung, Profilbreiten und Beschläge nach Vorgabe verdoppeln den Fensterpreis nicht selten.
EinbausituationAusbau ohne Beschädigung des Innenputzes, gemauerte Laibungen, Rollladenkästen und Stürze.
AnzahlAb etwa 8 Fenstern sinkt der Stückpreis spürbar, weil Anfahrt und Rüstzeit sich verteilen.

Häufige Fragen

Zweifach oder dreifach verglast?

In einem ungedämmten Altbau ist Dreifachverglasung oft die falsche Reihenfolge: Das Fenster wird dann wärmer als die Wand, und die Feuchte schlägt sich an der Wand nieder. Sinnvoll ist Dreifachverglasung, wenn die Fassade gedämmt wird oder bereits gedämmt ist.

Braucht der Fenstertausch eine Genehmigung?

In Erhaltungssatzungs- und Denkmalbereichen ja — und zwar vor der Bestellung. Geändert werden dürfen dort meist weder Teilung noch Profilansicht noch Farbe. Ein nachträglicher Rückbau ist der teuerste denkbare Ausgang.

Was kostet die Instandsetzung eines Kastenfensters?

Je nach Zustand 400–900 € pro Fenster für Abdichten, Beschlagüberholung, Verglasungserneuerung im Innenflügel und Anstrich — meist weniger als ein denkmalgerechter Neubau und mit besserem Schallschutz.

Begriffe aus dem Baulexikon

Kastenfenster · U-Wert · Laibung · Rollladenkasten · Wärmebrücke · Kondensat

Angebotsservice

Drei Angebote von Betrieben, die Arbeiten im Bestand anbieten.

Acht kurze Fragen, rund zwei Minuten. Derzeit haben wir noch keine Partnerbetriebe: Ihre Anfrage liest der Inhaber von Altbau-Ausbau.de selbst und antwortet Ihnen innerhalb von zwei Werktagen, etwa mit einem passenden Kontakt. Ihre Daten gibt er nur mit Ihrer Zustimmung weiter.

  • Kostenlos
  • Unverbindlich
  • Antwort in 2 Werktagen

Bezahlt wird der Service von den Handwerksbetrieben, die eine Anfrage annehmen.

Stand: 09/2026Zuletzt aktualisiert: Redaktion: René Lindelaub