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Baulexikon

Die Begriffe, die in Angeboten, Gutachten und Förderbescheiden vorkommen – kurz erklärt, ohne Werbetext, mit Blick auf den Bestand.

189 Begriffe von A bis Z, 16 davon mit Zeichnung erklärt. Synonyme verweisen auf den Hauptbegriff.

Mit Zeichnung erklärt

Manches versteht man schneller, wenn man es sieht: wo Leitungen in der Wand liegen dürfen, warum eine Innendämmung die Wand kalt macht, wie ein Dachstuhl aufgebaut ist.

  • Wandansicht

    Installationszonen

    Wo elektrische Leitungen in der Wand verlaufen dürfen – mit Maßen und Wandansicht, damit Sie wissen, wo Sie bohren können.

  • Temperaturverlauf

    Taupunkt

    Die Temperatur, bei der Wasserdampf zu Wasser wird – mit Tabelle und einem Temperaturverlauf durch die Wand, der zeigt, warum Innendämmung heikel ist.

  • Dachstuhl

    Kehlbalken

    Der waagerechte Balken zwischen zwei Sparren: was er trägt, warum er beim Dachausbau stört und warum man ihn nicht einfach entfernen darf.

  • Dachstuhl

    Pfette

    Der waagerechte Träger im Dachstuhl, auf dem die Sparren liegen: Fuß-, Mittel- und Firstpfette, Pfettendach gegen Sparrendach und was das für den Ausbau heißt.

  • Dachstuhl

    Sparren

    Die schrägen Balken, die das Dach tragen: typische Maße im Altbau und warum ihre Höhe die Dämmstärke begrenzt.

  • Diagramm

    U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient)

    Wie viel Wärme durch ein Bauteil geht: typische Werte im Altbau, die Anforderungen bei der Sanierung und wie sich der Wert berechnet.

  • Diagramm

    Lambda-Wert (Wärmeleitfähigkeit)

    Wie gut ein Material Wärme leitet: Dämmstoffe im Vergleich und warum der Wert allein im Altbau nicht über die Wahl entscheidet.

  • Diagramm

    Jahresarbeitszahl (JAZ)

    Wie viel Wärme eine Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom macht – und warum im Altbau fast alles an der Vorlauftemperatur hängt.

  • Diagramm

    Nutzlast

    Wofür eine Decke bemessen sein muss: genormte Lasten je Nutzung und warum ein Dachboden als Wohnraum doppelt so viel tragen muss.

  • Diagramm

    Schallschutz

    Luftschall und Trittschall im Altbau: was einzelne Wandaufbauten an Dezibel bringen und warum der Schall gern den Umweg nimmt.

  • Kostenvergleich

    Horizontalsperre

    Die waagerechte Sperrschicht gegen aufsteigende Feuchte: drei Verfahren im Kostenvergleich und warum die Wand danach Jahre zum Trocknen braucht.

  • Schichtaufbau

    Innendämmung

    Dämmung auf der Raumseite der Außenwand: wann sie der einzige Weg ist, welche zwei Systeme funktionieren und wo sie scheitert.

  • Schichtaufbau

    Holzbalkendecke

    Die typische Decke im Altbau bis in die 1950er-Jahre: Aufbau, Gewicht der Füllung und die vier Probleme, mit denen man bei der Sanierung rechnen muss.

  • Schichtaufbau

    Wärmedämmverbundsystem (WDVS)

    Die häufigste Fassadendämmung: Schichtaufbau, Dämmstoffe im Vergleich, Kosten und die Anschlussdetails, an denen es scheitert.

  • Schichtaufbau

    Zwischensparrendämmung

    Die gängigste Dachdämmung von innen: der richtige Schichtaufbau mit Installationsebene, typische Kosten und der Fehler, der sie ruiniert.

  • Diagramm

    Heizkurve

    Wie Neigung und Niveau die Vorlauftemperatur bestimmen – mit drei Kurven und der 55-Grad-Grenze für die Wärmepumpe.

Alle Begriffe von A bis Z

Das Lexikon definiert, die Ratgeber erklären Zusammenhänge, und über die Gewerke finden Sie Betriebe für die Umsetzung. Was eine Maßnahme kostet, steht unter Kosten, was bezuschusst wird, unter Förderung.

189 Begriffe und 28 Verweise

A

  • Abbruch und Entkernung

    Der Rückbau von Bauteilen bis auf das, was stehen bleiben soll. Im Altbau geht es selten um den Abriss des ganzen Hauses, meist um die Entkernung: Beläge, Putz, Leitungen und nicht tragende Wände kommen heraus, Tragwerk und Hülle bleiben.

  • Abdichtung von Mauerwerk

    Maßnahmen, die Wasser aus dem Erdreich oder von außen vom Mauerwerk fernhalten. Im Altbau fast immer eine nachträgliche Abdichtung – mit anderen Verfahren als im Neubau.

  • Altbau

    Ein älteres Wohngebäude. Eine gesetzliche Definition gibt es nicht – je nach Zusammenhang ist etwas anderes gemeint.

  • Anhydritestrich (Calciumsulfatestrich)

    Ein Estrich mit Calciumsulfat als Bindemittel, meist als Fließestrich eingebaut. Der Name Anhydrit kommt von einer Form des Rohstoffs; die Norm spricht von Calciumsulfatestrich, Kurzzeichen CA.

  • Asbest

    Natürlich vorkommende Mineralfasern, die bis 1993 in Deutschland in Tausenden Bauprodukten verarbeitet wurden. Eingeatmet können die Fasern Asbestose, Lungen- und Rippenfellkrebs auslösen – oft erst Jahrzehnte später.

  • Aufsparrendämmung

    Dämmung, die von außen über den Sparren eines Steildachs verlegt wird – als durchgehende Schicht, die das Holz nicht unterbricht. Im Altbau die sauberste Lösung, aber nur zusammen mit einer neuen Eindeckung.

B

  • Backsteinpflaster

    Pflaster aus gebranntem Ton, oft auch Klinkerpflaster genannt. Typisch für Höfe, Einfahrten und Wege an Backstein- und Gründerzeitbauten – langlebig, farbecht und mit den Jahren eher schöner.

  • Balken und Träger

    Stabförmige Bauteile, die Lasten über eine Spannweite zu ihren Auflagern tragen. Im Altbau meist aus Vollholz, über Kellern und großen Öffnungen aus Stahl.

  • Balkendecke siehe Holzbalkendecke
  • Balkon

    Eine offene Plattform vor der Fassade, die über die Außenwand hinausragt. Im Altbau eines der schadensanfälligsten Bauteile – weil Wasser, Frost und eine Wärmebrücke gleichzeitig auf ihn wirken.

  • Bauantrag

    Der schriftliche Antrag bei der Bauaufsichtsbehörde, ein genehmigungspflichtiges Vorhaben ausführen zu dürfen. Unterschreiben darf ihn nur, wer nach der Landesbauordnung bauvorlageberechtigt ist.

  • Baubiologie

    Die Lehre vom gesunden Bauen und Wohnen: Baustoffe, Raumklima, Schadstoffe und Belastungen im Gebäude. Kein geschützter Beruf – im Altbau aber mit handfesten Themen.

  • Baugenehmigung

    Die behördliche Erlaubnis, ein genehmigungspflichtiges Bauvorhaben auszuführen. Im Altbau stellt sich zuerst die Frage, ob man überhaupt eine braucht.

  • Baugesetzbuch (BauGB)

    Das Bundesgesetz für das Planungsrecht: wo und was gebaut werden darf. Wie gebaut wird – Brandschutz, Abstandsflächen, Genehmigungsverfahren –, regeln dagegen die Landesbauordnungen.

  • Baukosten

    Alle Kosten, die für ein Bauvorhaben entstehen. Gegliedert werden sie nach DIN 276 in Kostengruppen – das macht Budgets, Angebote und Schlussrechnungen vergleichbar.

  • Baunebenkosten

    Kosten, die neben den eigentlichen Bauleistungen entstehen: Planung, Gutachten, Genehmigungen, Versicherungen. In der DIN 276 bilden sie die Kostengruppe 700.

  • Bauphysik

    Die Anwendung physikalischer Gesetze auf Gebäude: wie sich Wärme, Feuchte, Schall und Feuer in Bauteilen verhalten. Im Altbau ist sie der Grund, warum nicht jede Maßnahme funktioniert, die im Neubau selbstverständlich ist.

  • Baupreise

    Die Preise für Bauleistungen. Sie folgen einem eigenen Index und sind in den vergangenen Jahren deutlich stärker gestiegen als die allgemeine Teuerung.

  • Baurecht

    Die Gesamtheit der Vorschriften rund ums Bauen. Es teilt sich in das öffentliche Baurecht – was gebaut werden darf – und das private Baurecht – was zwischen Bauherr und Betrieb gilt.

  • Bautrocknung

    Das technische Trocknen durchfeuchteter Bauteile nach einem Wasserschaden – mit Kondens- oder Adsorptionstrocknern, Ventilatoren und bei eingeschlossener Feuchte mit Dämmschicht- oder Randfugentrocknung.

  • Belegreife

    Der Zeitpunkt, zu dem ein Estrich trocken genug ist, damit ein Bodenbelag verlegt werden darf. Nicht zu verwechseln mit begehbar oder belastbar – die kommen viel früher.

  • Beton

    Künstlicher Stein aus Zement, Gesteinskörnung und Wasser. Im Altbau um 1900 als Stampfbeton in Fundamenten und Kellern, ab den 1920er-Jahren zunehmend als Stahlbeton in Decken, Stürzen und Balkonen.

  • Bewehrung

    Stahleinlagen im Beton, die Zugkräfte aufnehmen. Beton trägt Druck gut, Zug kaum – erst beide zusammen ergeben Stahlbeton.

  • Biotreppe

    Die Pflicht, neue Gas-, Öl- und Flüssiggasheizungen mit einem wachsenden Anteil klimafreundlicher Brennstoffe zu betreiben. Sie steht im Gebäudemodernisierungsgesetz und hat am 29.07.2026 die 65-Prozent-Regel abgelöst.

  • Bitumen

    Ein zähes, dunkles Gemisch aus der Erdölverarbeitung. Im Bau wasserabweisend und dauerhaft – als Dachbahn, Kellerabdichtung und Kleber.

  • Bläueschutz

    Schutz von Holz gegen Bläuepilze, die Nadelholz blaugrau verfärben. Bläue schwächt das Holz kaum, zerstört aber Anstriche und macht das Holz aufnahmefähiger für Wasser.

  • Bleileitung

    Eine Trinkwasserleitung aus Blei. Vor allem in Nord- und Ostdeutschland wurde sie bis in die 1970er-Jahre verbaut und kann noch im Keller, im Steigstrang oder in der Wohnung liegen. Blei geht ins Trinkwasser über und schadet der Gesundheit.

  • Blitzschutz und Überspannungsschutz

    Der äußere Blitzschutz leitet einen Einschlag über Fangeinrichtung und Ableitungen sicher in die Erde. Der innere Blitzschutz – vor allem der Überspannungsschutz – schützt die Elektroinstallation und die Geräte im Haus.

  • Bodenbeläge

    Die oberste, sichtbare Schicht des Fußbodens. Im Altbau entscheidet der Untergrund – schwingende Holzbalkendecke, unebene Rohdecke, Feuchte im Erdgeschoss – oft mehr über die Wahl als der Geschmack.

  • Bodenplatte

    Die tragende Betonplatte zwischen Erdreich und Erdgeschoss – bei Häusern ohne Keller der untere Abschluss des Gebäudes. In Altbauten ist sie oft dünn, selten gedämmt und häufig ohne Abdichtung gegen Bodenfeuchte.

  • Brandschutz

    Alle baulichen, technischen und organisatorischen Maßnahmen, die verhindern, dass ein Feuer entsteht oder sich ausbreitet, und die Flucht und Rettung ermöglichen. Im Altbau mit Holzbalkendecken und Holztreppen ein zentrales Thema bei jedem Umbau.

  • Brennwertkessel

    Ein Heizkessel für Gas oder Öl, der zusätzlich die Wärme aus dem Wasserdampf im Abgas nutzt. Dadurch holt er aus demselben Brennstoff mehr Wärme als ein alter Konstanttemperatur- oder Niedertemperaturkessel.

  • Brüstung und Geländer

    Die Absturzsicherung an Fenstern, Balkonen, Treppen und Galerien – als massive Brüstung oder als Geländer. Wie hoch sie sein muss, regeln die Landesbauordnungen.

C

  • Calciumsulfatestrich siehe Anhydritestrich
  • Chemischer Holzschutz

    Der Schutz von Holz mit Mitteln gegen Pilze und Insekten. Nach heutiger Norm kommt er erst dann zum Einsatz, wenn sich das Holz nicht durch Konstruktion und Holzauswahl schützen lässt.

D

  • Dachhaut

    Die äußere, wasserführende Schicht eines Daches – die Eindeckung aus Ziegeln, Schiefer, Blech oder Bahnen, bei Steildächern meist ergänzt durch eine Unterdeckung darunter.

  • Dämmung

    Schichten aus Materialien mit geringer Wärmeleitung, die den Wärmeverlust durch Bauteile verringern. Im Altbau die wirksamste Einzelentscheidung einer energetischen Sanierung – und die, bei der die Reihenfolge am meisten zählt.

  • Dampfbremse und Dampfsperre

    Zwei Bauteile, die oft verwechselt werden – und deren Verwechslung im Altbau regelmäßig zu Feuchteschäden führt.

  • Deckenheizung

    Eine Flächenheizung, deren Rohre in der Decke liegen – meist in Trockenbauelementen unter der vorhandenen Decke. Sie wärmt vor allem durch Strahlung und kann im Sommer auch kühlen.

  • Deckenhöhe siehe Raumhöhe
  • Deckenputz

    Der Putz an der Decke. Im Altbau hängt er selten direkt am Tragwerk, sondern auf einem Putzträger unter der Holzbalkendecke – und genau dort liegt sein Risiko.

  • Dehnungsfuge

    Eine planmäßige Unterbrechung in einem Bauteil, die Bewegungen durch Temperatur, Feuchte oder Setzungen aufnimmt, ohne dass Risse entstehen. Fachlich spricht man meist von Bewegungsfugen.

  • Denkmalschutz

    Der rechtliche Schutz von Gebäuden, die aus geschichtlichen, künstlerischen oder städtebaulichen Gründen erhalten werden sollen. Er ist Ländersache und bringt Pflichten – aber auch handfeste Vorteile.

  • Dielenboden

    Ein Fußboden aus langen, massiven Holzbrettern, meist mit Nut und Feder auf Lagerhölzern oder direkt auf den Balken verlegt. Im Altbau bis in die 1950er-Jahre der Standard – und oft ein Grund, eine Wohnung zu mögen.

  • Diffusionsfähigkeit

    Wie leicht Wasserdampf durch einen Baustoff wandern kann. Im Altbau entscheidet sie darüber, ob eine Wand trocknen kann – oder ob eine Sanierung Feuchte darin einschließt.

  • Dispersionskleber

    Wasserbasierte Kleber, vor allem für Bodenbeläge wie Teppich, Linoleum, Vinyl und Kork. Sie enthalten kaum Lösemittel und haben die alten Lösemittel- und Teerkleber im Innenraum weitgehend abgelöst.

  • Doppelfenster

    Sammelbegriff für Fenster mit zwei hintereinanderliegenden Verglasungsebenen. Im Altbau stecken dahinter zwei verschiedene Bauarten, die sich in Pflege, Dämmwert und Sanierung deutlich unterscheiden.

  • Drainage

    Ein System aus gelochten Rohren und Filterschichten, das Sickerwasser um erdberührte Wände sammelt und ableitet, bevor es Druck auf die Kellerwand aufbauen kann.

E

  • Echter Hausschwamm

    Der gefährlichste holzzerstörende Pilz im Altbau. Er wächst durch Mauerwerk hindurch, leitet selbst Wasser zu trockenem Holz und kann eine Balkenlage in wenigen Jahren zerstören.

  • Edelstahl

    Nichtrostender Stahl mit mindestens 10,5 Prozent Chrom, der an der Oberfläche eine schützende Oxidschicht bildet. Im Altbau begegnet er einem überall dort, wo gewöhnlicher Stahl schnell rosten würde.

  • Eigenkapital siehe Finanzierung
  • Eigenleistung

    Arbeiten, die Bauherren selbst oder mit Helfern erledigen, statt sie zu vergeben. Banken sprechen beim Wert dieser Arbeit auch von Muskelhypothek.

  • Einschub siehe Fehlboden
  • Elektrosmog

    Umgangssprachlich für elektrische und magnetische Felder, die von Leitungen, Geräten und Funk ausgehen. In Deutschland gelten dafür gesetzliche Grenzwerte; dass Felder unterhalb dieser Werte schaden, ist wissenschaftlich nicht belegt.

  • Energieausweis

    Ein Dokument, das den Energiebedarf oder -verbrauch eines Gebäudes bewertet und in eine Effizienzklasse einordnet. Beim Verkauf und bei der Vermietung muss er vorliegen.

  • Entfeuchtung

    Das Absenken der Feuchte in der Raumluft oder in Bauteilen – nach einem Wasserschaden, in feuchten Kellern oder nach einer Sanierung. Entscheidend ist, ob die Ursache beseitigt ist: Sonst trocknet man gegen einen ständigen Zufluss an.

  • Erdung

    Die leitende Verbindung einer elektrischen Anlage mit dem Erdreich. Sie sorgt dafür, dass Schutzeinrichtungen im Fehlerfall auslösen und Blitzströme sicher abfließen.

  • Erneuerbare Energien

    Energie aus Quellen, die sich nicht erschöpfen: Umweltwärme, Sonne, Biomasse. Im Altbau geht es dabei fast immer um die Heizung.

F

  • Fachwerk

    Eine Bauweise, bei der ein tragendes Gerüst aus Holz – Schwellen, Ständer, Riegel und Streben – die Lasten trägt, während die Zwischenräume, die Gefache, mit Lehm, Ziegeln oder Bruchstein gefüllt sind. Schätzungen zufolge stehen in Deutschland rund zwei Millionen Fachwerkhäuser.

  • Fallrohr

    Das senkrechte Rohr, das Regenwasser von der Dachrinne zur Grundleitung, zur Versickerung oder in eine Zisterne führt.

  • Faserzementplatten

    Platten aus Zement, verstärkt mit Fasern. Bis 1993 enthielten sie in Deutschland in aller Regel Asbest, heute Kunststoff- oder Zellulosefasern. Verbaut als Dach- und Fassadenplatten, Wellplatten, Fensterbänke und Blumenkästen; umgangssprachlich oft nach einem Hersteller Eternit genannt.

  • Fassade

    Die Außenhaut eines Gebäudes – vor allem die Außenwände mit Putz, Verkleidung oder Sichtmauerwerk. Sie schützt vor Wetter, prägt das Bild der Straße und entscheidet im Altbau mit über Wärmeverlust und Feuchte.

  • Fehlboden

    Die Zwischenebene in einer Holzbalkendecke: Bretter zwischen den Balken, die eine Füllung aus Lehm, Sand, Schlacke oder Bauschutt tragen. Die Füllung selbst heißt oft ebenfalls Fehlboden oder Einschub.

  • Feinstaub und Baustaub

    Winzige Partikel, die tief in die Lunge gelangen. Bei Sanierungen entsteht er in großen Mengen – beim Schleifen, Stemmen, Fräsen und Abbrechen.

  • Fenster

    Die verglaste Öffnung in der Wand – im Altbau das Bauteil mit dem höchsten Wärmeverlust je Quadratmeter und zugleich eines, das das Gesicht des Hauses prägt.

  • Fensterbank

    Die Abdeckung unter dem Fenster – innen als Ablage, außen als Wetterschutz, der Regenwasser von der Wand wegführt.

  • Fensterlaibung siehe Laibung
  • Feuchtigkeit im Mauerwerk

    Wasser im Mauerwerk, im Putz oder in der Raumluft – im Altbau das häufigste Schadensthema. Wirksam behandeln lässt es sich nur, wenn die Ursache feststeht.

  • Feuchtigkeitssperre siehe Horizontalsperre
  • Feuerwiderstand

    Die Zeit in Minuten, die ein Bauteil im Brandfall seine Funktion behält: tragen, den Raum abschließen, die Hitze zurückhalten.

  • FI-Schutzschalter (RCD)

    Ein Schutzschalter, der den Strom in Sekundenbruchteilen abschaltet, wenn Strom über einen falschen Weg abfließt – etwa durch einen Menschen. Fachlich heißt er Fehlerstrom-Schutzeinrichtung oder RCD.

  • Finanzierung einer Sanierung

    Die Beschaffung des Geldes für eine Sanierung – aus Eigenkapital, Zuschüssen und Krediten. Im Altbau gehört sie an den Anfang der Planung, weil Förderanträge und Kreditzusagen vor dem Auftrag stehen müssen.

  • First

    Die oberste waagerechte Kante eines geneigten Daches, an der zwei Dachflächen zusammenstoßen. Ihr Gegenstück am unteren Rand ist die Traufe.

  • Flachdach

    Ein Dach mit sehr geringer Neigung, meist bis etwa 5 Grad. Im Altbau vor allem bei Bungalows, Anbauten, Garagen und Mehrfamilienhäusern der 1960er- und 1970er-Jahre.

  • Fliesen

    Keramische Platten für Wand und Boden – im Altbau zwischen erhaltenswertem Bestand wie historischen Flurfliesen und dem neuen Bad mit bodengleicher Dusche.

  • Fließestrich siehe Anhydritestrich
  • Flurfliesen siehe Fliesen
  • Formaldehyd

    Ein stechend riechendes Gas, das aus Holzwerkstoffen, Klebern, Lacken und manchen Dämmstoffen ausgasen kann. Es ist als krebserregend eingestuft.

  • Frostschutz

    Maßnahmen, die verhindern, dass gefrierendes Wasser Leitungen, Bauteile oder Fundamente beschädigt. Wasser dehnt sich beim Gefrieren um rund neun Prozent aus – genug, um Rohre und Steine zu sprengen.

  • Fugen

    Zwischenräume zwischen Bauteilen oder Steinen – gefüllt mit Mörtel, elastischer Masse oder bewusst offen gelassen. Im Altbau sind sie oft die Stelle, an der Wasser eindringt.

  • Fundament

    Der Teil des Gebäudes, der die Lasten in den Baugrund leitet. Im Altbau meist Streifenfundamente aus Bruchstein, Ziegel oder Stampfbeton unter den tragenden Wänden.

  • Fundamenterder

    Ein Stahlband oder Rundstahl, der im Beton des Fundaments liegt und die elektrische Anlage des Hauses leitend mit dem Erdreich verbindet.

  • Fungizid

    Ein Wirkstoff gegen Pilze. Am Bau steckt er in Holzschutzmitteln, in Fassadenfarben und -putzen gegen Algen- und Pilzbewuchs sowie in Schimmelentfernern.

  • Fußbodenaufbau

    Der Fußboden besteht aus mehreren Schichten zwischen der Rohdecke und dem sichtbaren Belag. Im Altbau entscheidet dieser Aufbau über Tragfähigkeit, Trittschall und Wärme – und darüber, ob die Tür danach noch aufgeht.

  • Fußbodenheizung

    Eine Flächenheizung mit Rohren im oder unter dem Boden. Sie arbeitet mit niedriger Vorlauftemperatur und passt deshalb gut zur Wärmepumpe – im Altbau scheitert sie aber oft an der Aufbauhöhe.

  • Fußleiste

    Die Leiste am Übergang zwischen Boden und Wand. Sie verdeckt die Randfuge des Bodens und schützt die Wand – im Altbau oft als hohes, profiliertes Holzbrett ein Teil des Raumbilds.

G

  • Gasbeton siehe Porenbeton
  • Gaskessel siehe Brennwertkessel
  • Gaube

    Ein Dachaufbau mit senkrechtem Fenster, der aus der geneigten Dachfläche herausragt. Er schafft Stehhöhe und Licht unter dem Dach – und oft erst die Möglichkeit, einen Dachboden als Wohnraum zu nutzen.

  • Gebäudeenergiegesetz (GEG)

    Von November 2020 bis Juli 2026 das maßgebliche Gesetz für den Energieverbrauch von Gebäuden. Es hat die Energieeinsparverordnung (EnEV), das Energieeinspargesetz und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz abgelöst und in einem Regelwerk zusammengefasst.

  • Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG)

    Seit dem 29.07.2026 das Gesetz für den Energiebedarf von Gebäuden. Es löst das Gebäudeenergiegesetz (GEG) ab und lässt bei der Heizung mehr Freiheit – die Anforderungen an Bauteile bleiben weitgehend bestehen.

  • Geländer siehe Brüstung
  • Gemeiner Nagekäfer (Holzwurm)

    Der Käfer, dessen Larven gemeinhin „Holzwurm" heißen. Seine runden Ausfluglöcher finden sich in fast jedem Altbau – aber längst nicht jeder Befall ist noch aktiv.

  • Genehmigungsplanung

    Die vierte Leistungsphase der Honorarordnung: das Erarbeiten, Zusammenstellen und Einreichen der Unterlagen, die für die Baugenehmigung nötig sind.

  • Geruchsverschluss

    Ein mit Wasser gefülltes Formstück in der Abwasserleitung, meist Siphon genannt, das verhindert, dass Kanalgase ins Haus steigen.

  • Gerüst

    Eine vorübergehende Konstruktion aus Stahl oder Aluminium, von der aus an Fassade und Dach gearbeitet wird. Bei Sanierungen oft ein größerer Posten, als Bauherren erwarten.

  • Geschossdecke

    Die waagerechte, tragende Trennung zwischen zwei Geschossen. Im Altbau je nach Bauzeit sehr unterschiedlich gebaut – und das bestimmt, was man mit ihr machen kann.

  • Gewährleistung

    Die gesetzliche Haftung eines Betriebs dafür, dass seine Leistung bei der Abnahme frei von Mängeln ist.

  • Gewölbe

    Eine gekrümmte, meist gemauerte Decke, die ihre Last über Druck zu den Auflagern ableitet. Im Altbau vor allem als Kellergewölbe und als flache Kappen zwischen Stahlträgern.

  • Giebel

    Die meist dreieckige Wandfläche an der Schmalseite eines Satteldachs zwischen Traufhöhe und First. Ihr oberer Abschluss zur Dachfläche heißt Ortgang.

  • Gipsplatten (Gipskarton)

    Platten aus einem Gipskern, meist mit Karton ummantelt, für Wände, Decken und Vorsatzschalen im Trockenbau. Nach der Norm heißen sie Gipsplatten, im Sprachgebrauch Gipskarton oder nach einem Hersteller Rigips.

  • Gipsputz

    Ein Innenputz auf Gipsbasis. Er lässt sich einlagig und glatt verarbeiten und trocknet schnell – im Neubau deshalb Standard, im Altbau passt er nicht überall.

  • Glas und Verglasung

    Im Bau vor allem als Fensterglas – vom einfachen Glas der Gründerzeit bis zur beschichteten Dreifachverglasung. Die Verglasung bestimmt einen großen Teil des Wärmeverlusts eines Fensters.

  • Glasfasergewebe

    Ein Gewebe aus Glasfäden, das in Putz oder Spachtelmasse eingebettet Zugkräfte aufnimmt und Risse verhindert oder überbrückt. Verwandt sind Glasfaservliese und Glasfasertapeten für Innenwände.

  • Glaswolle siehe Mineralwolle
  • Gründung siehe Fundament
  • Grundierung

    Ein Voranstrich, der den Untergrund für die nächste Schicht vorbereitet: Er gleicht die Saugfähigkeit aus, verfestigt die Oberfläche, verbessert die Haftung oder sperrt Stoffe ab.

  • Grundleitung

    Die im Erdreich oder unter der Bodenplatte liegende Abwasserleitung, die Schmutz- und Regenwasser aus dem Haus zum öffentlichen Kanal führt.

  • Grundriss

    Die zeichnerische Darstellung eines Geschosses von oben, als waagerechter Schnitt etwa einen Meter über dem Boden. Im Altbau zugleich der Plan, an dem sich entscheidet, was sich verändern lässt.

  • Grundwasser

    Wasser, das die Hohlräume im Untergrund zusammenhängend füllt. Für den Keller ist entscheidend, ob es nur als Feuchte im Boden ansteht oder mit Druck gegen die Wand drückt.

H

  • Hausbock

    Ein Käfer, dessen Larven jahrelang unbemerkt im Nadelholz von Dachstühlen fressen. Äußerlich bleibt das Holz lange intakt, innen ist es irgendwann hohl.

  • Heizkennlinie siehe Heizkurve
  • Heizkörpernische

    Die Aussparung in der Außenwand unter dem Fenster, in der der Heizkörper sitzt. Die Wand ist dort oft nur zwei Drittel oder halb so dick wie daneben – und genau dahinter strahlt der Heizkörper seine Wärme ab. Im Altbau eine der größten Wärmebrücken.

  • Heizkurve

    Die Einstellung an der Heizungsregelung, die festlegt, wie warm das Heizwasser bei welcher Außentemperatur sein soll. Je kälter es draußen ist, desto höher die Vorlauftemperatur.

  • Heizlast

    Die Wärmeleistung, die ein Raum oder ein Gebäude am kältesten Auslegungstag braucht, um die gewünschte Temperatur zu halten. Sie ist die Grundlage jeder Heizungsplanung.

  • Hinterlüftung

    Eine Luftschicht zwischen Außenhaut und Dämmung oder Wand, durch die Außenluft strömt und Feuchte abführt.

  • Hochtemperatur-Wärmepumpe

    Eine Wärmepumpe, die Vorlauftemperaturen von 70 °C oder mehr erreicht. Sie kann Heizkörper versorgen, die einst für einen Öl- oder Gaskessel ausgelegt wurden.

  • Hohlsteindecke

    Eine Massivdecke aus Stahlbetonrippen, zwischen denen Hohlkörper aus Ziegel oder Leichtbeton liegen. Gebaut vor allem zwischen den 1920er- und den 1960er-Jahren, weil sie Beton und Stahl sparte.

  • Holz-Beton-Verbunddecke

    Eine Holzbalkendecke, auf die eine dünne Betonplatte aufgebracht und schubfest mit den Balken verbunden wird. Holz und Beton tragen dann gemeinsam – das Holz auf Zug, der Beton auf Druck.

  • Holzbalkendecke

    Die typische Geschossdecke im Altbau bis in die 1950er-Jahre: Holzbalken im Abstand von 60 bis 100 cm, dazwischen eine Füllung, oben Dielen, unten Putz auf Schilfrohr oder Latten.

  • Holzfaserdämmung

    Dämmstoff aus zerfasertem Nadelholz, als Platte oder als Einblasdämmung. Im Altbau geschätzt, weil er diffusionsoffen ist und Feuchte puffern kann.

  • Horizontalsperre

    Eine waagerechte Sperrschicht im Mauerwerk, die verhindert, dass Wasser aus dem Erdreich kapillar in der Wand aufsteigt. Im Altbau fehlt sie oft oder ist nach hundert Jahren wirkungslos.

  • Hybridheizung

    Eine Heizung aus zwei Wärmeerzeugern, meist einer Wärmepumpe für den größten Teil des Jahres und einem Brennwertkessel für die kältesten Tage. Im Altbau oft als Übergangslösung diskutiert.

  • Hydraulischer Abgleich

    Die Einstellung einer Heizungsanlage so, dass jeder Heizkörper genau die Wassermenge bekommt, die er für seinen Raum braucht – nicht mehr und nicht weniger.

I

  • Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP)

    Ein standardisierter Plan, in dem eine energieberatende Person festhält, in welcher Reihenfolge ein Gebäude über mehrere Jahre saniert werden sollte – mit Kosten, Einsparung und Förderung je Schritt.

  • Infrarotheizung

    Eine elektrische Direktheizung in Form flacher Paneele, die Wärme vor allem als Strahlung abgibt. Sie ist günstig in der Anschaffung und teuer im Betrieb.

  • Innendämmung

    Dämmung auf der Raumseite der Außenwand. Im Altbau oft der einzige Weg, wenn die Fassade nicht verändert werden darf – und bauphysikalisch die anspruchsvollste Art zu dämmen.

  • Installationszonen

    Festgelegte Streifen an Wänden, in denen elektrische Leitungen verlaufen dürfen. Wer sie kennt, weiß, wo er bohren kann, ohne eine Leitung zu treffen.

J

  • Jahresarbeitszahl (JAZ)

    Das Verhältnis aus der Wärme, die eine Wärmepumpe über ein ganzes Jahr abgibt, und dem Strom, den sie dafür braucht. Eine JAZ von 3,5 heißt: Aus einer Kilowattstunde Strom werden 3,5 Kilowattstunden Wärme.

K

  • Kalkputz

    Der klassische Putz des Altbaus bis weit ins 20. Jahrhundert: aus Kalk, Sand und Wasser, diffusionsoffen und durch seine hohe Alkalität von Natur aus schimmelhemmend.

  • Kalziumsilikatplatte

    Mineralische Dämmplatte für die Innendämmung. Sie saugt Feuchte kapillar auf, verteilt sie und gibt sie wieder an den Raum ab – und ist durch ihre hohe Alkalität schimmelhemmend.

  • Kapillarbrechende Schicht

    Eine Lage aus grobem, gewaschenem Kies unter der Bodenplatte, meist 15 bis 20 cm dick. Weil die Poren zwischen den groben Körnern zu groß sind, kann Wasser darin nicht mehr kapillar aufsteigen – der Weg nach oben ist unterbrochen.

  • Kappendecke

    Eine Decke aus Stahlträgern, zwischen denen flache Ziegelgewölbe gemauert sind. Verbreitet von der Gründerzeit bis in die 1950er-Jahre, vor allem über Kellern, in Ställen und in Nassräumen.

  • Kastenfenster

    Ein Fenster mit zwei hintereinanderliegenden Flügelebenen in einem gemeinsamen Rahmen, verbunden durch ein Futter. Typisch für Gründerzeit und Jugendstil.

  • Kehlbalken

    Ein waagerechter Balken, der zwei gegenüberliegende Sparren auf etwa zwei Dritteln ihrer Höhe verbindet. Er verkürzt die Knicklänge der Sparren und hält das Dach davon ab, die Außenwände nach außen zu drücken.

  • Kellerdecke

    Die Decke zwischen dem unbeheizten Keller und dem ersten Wohngeschoss. Ungedämmt ist sie im Altbau der häufigste Grund für kalte Fußböden im Erdgeschoss.

  • Kerndämmung siehe Zweischaliges Mauerwerk
  • KfW

    Die Förderbank des Bundes. Im Altbau ist sie Anlaufstelle für die Heizungsförderung, für Kredite zur Sanierung auf eine Effizienzhausstufe und – soweit Mittel bereitstehen – für den altersgerechten Umbau.

  • Klassische Nullung

    Eine veraltete Schutzmaßnahme in Elektroinstallationen, bei der Schutzleiter und Neutralleiter auf einer gemeinsamen Ader geführt werden. Im Altbau bis in die 1970er-Jahre verbreitet.

  • Klinker

    Ein bei sehr hohen Temperaturen gebrannter Ziegel mit dichter, kaum wasseraufnehmender Oberfläche. Prägend für Backsteinbauten in Norddeutschland und für viele Bauten der 1920er- und 1950er-Jahre.

  • Kniestock

    Die niedrige Wand im Dachgeschoss zwischen Geschossdecke und Dachschräge, auch Drempel genannt. Sie hebt die Dachschräge an und entscheidet mit, wie viel vom Dachgeschoss als Wohnfläche zählt.

  • Kondensat

    Wasser, das sich aus der Luft niederschlägt, wenn sie an einer kalten Fläche unter ihren Taupunkt abkühlt. Im Altbau die häufigste Ursache für Schimmel – und oft mit aufsteigender Feuchte verwechselt.

  • Kriechkeller

    Ein niedriger, nicht begehbarer Hohlraum unter dem Erdgeschoss, meist 40 bis 100 cm hoch. Er hält den Fußboden vom feuchten Erdreich fern und nimmt oft Leitungen auf.

  • Künstliche Mineralfasern (KMF)

    Sammelbegriff für Glaswolle, Steinwolle und Schlackenwolle. Im Altbau wichtig, weil ältere Produkte als krebsverdächtig gelten.

L

  • Laibung

    Die innere Fläche einer Wandöffnung, also die Wandseiten rechts, links und oben an Fenstern und Türen. Geschrieben wird sie korrekt als Laibung oder als Leibung – der Duden lässt beide Schreibweisen zu.

  • Lambda-Wert (Wärmeleitfähigkeit)

    Die Wärmeleitfähigkeit eines Baustoffs in W/(m·K). Je kleiner der Wert, desto besser dämmt das Material bei gleicher Dicke.

  • Lehmputz

    Putz aus Lehm, Sand und oft Pflanzenfasern. Er reguliert die Raumfeuchte stärker als jeder andere Putz und ist im Fachwerk der traditionelle Partner für Holz.

  • Leichtestrich und Leichtausgleich

    Ein Estrich oder Ausgleichsmörtel mit leichten Zuschlägen wie Blähton, Blähglas oder Polystyrolkügelchen. Er gleicht Unebenheiten aus und belastet die Decke deutlich weniger als ein Zementestrich.

  • Lüftungsanlage

    Eine Anlage, die verbrauchte, feuchte Luft abführt und frische zuführt – mit oder ohne Wärmerückgewinnung. Im Altbau wird sie wichtig, sobald neue Fenster und Dämmung die Fugen schließen, durch die früher Luft kam.

  • Luftdichtheit

    Wie wenig Luft ungewollt durch Fugen, Ritzen und Anschlüsse in die Gebäudehülle strömt. Gemessen wird sie mit dem Blower-Door-Test.

  • Luftschichtanker siehe Maueranker

M

  • Mansarddach

    Ein Dach mit geknickten Dachflächen: unten steil, oft 60 bis 70 Grad, oben deutlich flacher. Es schafft unter dem Dach fast vollwertige Räume und war deshalb in Barock und Gründerzeit beliebt.

  • Maueranker

    Stahlteile, die Mauerwerk zusammenhalten oder mit anderen Bauteilen verbinden. Im Altbau begegnen sie in drei Formen: als sichtbare Zuganker an der Fassade, als Drahtanker in zweischaligen Wänden und als nachträglich eingesetzte Spiralanker.

  • Mineraldämmplatte

    Eine Dämmplatte aus Kalk, Sand, Zement und Wasser, die mit feinen Poren aufgeschäumt und dampfgehärtet wird. Sie ist nicht brennbar, diffusionsoffen und kapillaraktiv – und damit eine Option für heikle Altbauwände.

  • Mineralwolle

    Dämmstoff aus geschmolzenem Glas oder Gestein, zu Fasern gesponnen. Der meistverwendete Dämmstoff in Dach und Trockenbau.

  • Multipor siehe Mineraldämmplatte

N

  • Nutzlast

    Die Belastung einer Decke durch Personen, Möbel und alles, was nicht zum Bauwerk selbst gehört. Sie ist je Nutzung genormt und entscheidet, ob ein Dachboden Wohnraum werden darf.

O

  • Oberste Geschossdecke

    Die Decke zwischen dem obersten beheizten Geschoss und einem unbeheizten Dachboden. Sie zu dämmen ist eine der wirksamsten und günstigsten Maßnahmen im Altbau – und in vielen Fällen Pflicht.

P

  • PAK (Teerkleber)

    Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe – Bestandteile von Teer, von denen einige krebserregend sind. Im Altbau stecken sie vor allem im schwarzen Parkettkleber.

  • PCB

    Polychlorierte Biphenyle – bis in die 1970er-Jahre als Weichmacher und Flammschutzmittel verbaut, in Deutschland seit 1989 verboten. Sie gasen aus und reichern sich im Körper an.

  • Perimeterdämmung

    Wärmedämmung an erdberührten Bauteilen, also außen an der Kellerwand oder unter der Bodenplatte. Sie liegt im Erdreich und muss Druck und Nässe dauerhaft vertragen.

  • Pfette

    Ein waagerecht in Firstrichtung verlaufender Balken im Dachstuhl, auf dem die Sparren aufliegen. Man unterscheidet Fußpfette, Mittelpfette und Firstpfette.

  • Photovoltaikpflicht siehe Solarpflicht
  • Polystyrol (EPS und XPS)

    Ein Hartschaum aus Erdöl, als Dämmstoff in zwei Formen: geschäumtes EPS, bekannt als Styropor, und dichteres, extrudiertes XPS. Beide sind leicht, günstig und dämmen gut.

  • Porenbeton (Gasbeton, Ytong)

    Ein leichter, gut dämmender Mauerstein aus Kalk, Sand, Zement, Wasser und einem Treibmittel, das beim Herstellen feine Poren bildet. Fachlich heißt er Porenbeton; verbreitet sind auch die älteren Namen Gasbeton und – nach einem Hersteller – Ytong.

Q

  • Q-Stufen (Oberflächengüte)

    Vier Qualitätsstufen, die festlegen, wie glatt eine gespachtelte Trockenbaufläche sein muss. Sie gehören in jedes Angebot, weil sie Preis und Ergebnis bestimmen.

R

  • Randdämmstreifen

    Ein Streifen aus Schaumstoff oder Mineralwolle, der vor dem Estrich rundum an allen Wänden, Säulen und Rohren angebracht wird. Er trennt den Estrich vom Bauwerk.

  • Raumhöhe

    Der lichte Abstand zwischen fertigem Fußboden und fertiger Decke. Hohe Räume sind einer der Gründe, warum Menschen Altbauwohnungen suchen – und sie beeinflussen Heizung, Akustik und Ausbau.

  • RCD siehe FI-Schutzschalter
  • Restnutzungsdauer

    Der Zeitraum, in dem ein Gebäude bei ordnungsgemäßer Unterhaltung noch wirtschaftlich genutzt werden kann. Sie geht in den Verkehrswert ein. Steuerlich gilt zunächst der feste AfA-Satz; eine kürzere Restnutzungsdauer lässt sich nur mit Nachweis für das konkrete Gebäude ansetzen.

  • Rigips siehe Gipsplatten
  • Rippendecke siehe Hohlsteindecke
  • Rollladenkasten

    Der Kasten über dem Fenster, in dem der Rollladen aufgewickelt wird. Im Altbau fast immer ungedämmt und undicht – und damit eine der größten Wärmebrücken am Fenster.

  • Rückstausicherung

    Eine Vorrichtung in der Abwasserleitung, die verhindert, dass bei Starkregen Wasser aus dem öffentlichen Kanal zurück in den Keller drückt.

S

  • Salzausblühungen

    Weiße, krustige oder flaumige Beläge auf Mauerwerk und Putz. Sie zeigen, dass Wasser durch die Wand gewandert und an der Oberfläche verdunstet ist – und dabei gelöste Salze zurückgelassen hat.

  • Sanierputz

    Ein besonders poröser Putz für feuchtes, salzbelastetes Mauerwerk. Er nimmt die Salze in seinem Porenraum auf und hält die Oberfläche trocken.

  • Schallschutz

    Maßnahmen, die verhindern, dass Geräusche von einem Raum in den anderen dringen. Unterschieden wird Luftschall – Stimmen, Musik – und Trittschall, der durch Schritte in die Konstruktion geleitet wird.

  • Schimmel

    Ein Pilzbefall auf feuchten Oberflächen. Er braucht drei Dinge: Feuchte, Nährstoffe und Zeit. Nur die Feuchte lässt sich im Gebäude wirklich abstellen – deshalb ist Schimmel immer ein Feuchteproblem, kein Reinigungsproblem.

  • Schlagregen

    Regen, der vom Wind gegen die Fassade getrieben wird. Er trifft vor allem die Wetterseite eines Hauses – in Deutschland meist West und Südwest – und dringt durch Risse, offene Fugen und schadhafte Anschlüsse ins Mauerwerk.

  • Schüttung

    Loses oder gebundenes Granulat, das auf Rohdecken eingebracht wird, um Unebenheiten auszugleichen, Leitungen einzubetten und Masse gegen Trittschall zu schaffen.

  • Setzrisse

    Risse im Mauerwerk, die entstehen, weil sich ein Teil des Gebäudes stärker absenkt als ein anderer. Sie sind von den viel häufigeren, harmlosen Putz- und Schwindrissen zu unterscheiden.

  • Setzungsrisse siehe Setzrisse
  • Siphon siehe Geruchsverschluss
  • Sockelleiste siehe Fußleiste
  • Solarpflicht

    Die gesetzliche Pflicht, auf geeigneten Dachflächen eine Photovoltaik- oder Solarthermieanlage zu installieren. Es gibt sie nicht bundesweit, sondern in Landesgesetzen – mit unterschiedlichen Regeln.

  • Sortier- und Güteklassen

    Einstufungen, nach denen Baustoffe nach Qualität und Eigenschaften sortiert werden. Für den Altbau am wichtigsten sind sie beim Bauholz, weil die Tragfähigkeit von Balken und Sparren davon abhängt.

  • Sparren

    Die schräg vom Dachfuß zum First verlaufenden Balken, die Lattung und Dacheindeckung tragen. Zwischen ihnen liegt bei ausgebauten Dächern die Dämmung.

  • Spitzboden

    Der Dachraum über der Kehlbalkenlage – der niedrige, spitz zulaufende obere Teil eines Satteldachs. Meist unbeheizt und nur über eine Luke zugänglich.

  • Steigleitung

    Die senkrechte Hauptleitung, die Wasser, Abwasser oder Heizwasser durch alle Geschosse führt. Im Mehrfamilienhaus hängen an ihr alle Wohnungen übereinander.

  • Steinwolle siehe Mineralwolle
  • Stuck

    Plastischer Wand- und Deckenschmuck aus Gips, Kalk oder Mörtel. Typisch für Gründerzeit und Jugendstil – und einer der Gründe, warum Altbauwohnungen gesucht sind.

T

  • Taupunkt

    Die Temperatur, bei der Luft so weit abgekühlt ist, dass der in ihr enthaltene Wasserdampf als Wasser ausfällt. Wo er liegt, hängt von der Luftfeuchte ab.

  • Tragwerksplanung

    Die Berechnung, ob und wie ein Bauwerk seine Lasten sicher trägt. Ihr Ergebnis ist der Standsicherheitsnachweis, der bei genehmigungspflichtigen Umbauten Teil des Bauantrags ist.

  • TRGS 519

    Die Technische Regel für Gefahrstoffe zu Asbest. Sie legt fest, wer Asbest ausbauen darf, wie gearbeitet werden muss und wie die Arbeiten dokumentiert werden.

  • Trittschall

    Körperschall, der durch Gehen, Stühlerücken oder fallende Gegenstände in eine Decke eingeleitet wird und im Raum darunter als Geräusch ankommt.

  • Trockenbauprofile (CW, UW, CD, UD)

    Die Metallprofile, aus denen die Unterkonstruktion von Trockenbauwänden, Vorsatzschalen und abgehängten Decken besteht. Das C-Profil ist darunter das tragende Element; seine Form erinnert an den Buchstaben.

  • Trockenestrich

    Ein Estrich aus vorgefertigten Platten – meist zwei miteinander verklebte Lagen Gipsfaser –, der ohne Wasser verlegt wird und sofort begehbar ist. Auf Holzbalkendecken im Altbau der Regelfall.

U

  • U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient)

    Wie viel Wärme durch einen Quadratmeter eines Bauteils strömt, wenn innen und außen ein Grad Temperaturunterschied herrscht, angegeben in W/(m²·K). Je kleiner der Wert, desto besser dämmt das Bauteil.

  • Umbauzuschlag

    Ein Aufschlag auf das Architekten- oder Ingenieurhonorar für Planungen im Bestand. Er bildet den Mehraufwand ab, der entsteht, weil im Altbau kaum etwas dokumentiert und vieles unsicher ist.

  • Untersparrendämmung

    Dämmschicht, die innen unter den Sparren angebracht wird – meist als Ergänzung zur Zwischensparrendämmung, wenn die Sparrenhöhe für die nötige Dämmdicke nicht reicht.

V

  • Vakuumdämmung (VIP)

    Eine Dämmplatte, aus der die Luft abgesaugt wurde: ein gepresster Kern aus Kieselsäure in einer gasdichten Hülle. Mit einer Wärmeleitfähigkeit um 0,007 W/(m·K) dämmt sie etwa fünfmal so gut wie EPS.

  • Verbundabdichtung

    Eine Abdichtung, die direkt unter Fliesen und Platten aufgebracht wird und mit dem Fliesenkleber einen festen Verbund bildet. Im Bad der Standard für alle Flächen, die regelmäßig nass werden.

  • Vorlauftemperatur

    Die Temperatur des Heizwassers, das vom Wärmeerzeuger zu den Heizkörpern fließt. Sie entscheidet im Altbau darüber, ob eine Wärmepumpe wirtschaftlich läuft.

  • Vorsatzschale

    Eine Trockenbaukonstruktion, die mit Abstand vor eine bestehende Wand gesetzt wird – um sie zu begradigen, Leitungen zu verstecken, den Schallschutz zu verbessern oder eine Sanitärinstallation aufzunehmen.

  • Vorwandinstallation

    Eine Installationswand vor der eigentlichen Wand: Ein Metallgestell mit Montageelementen trägt WC, Waschtisch oder Bidet, dahinter laufen die Leitungen, vorne wird verkleidet. Im Altbau die Standardlösung im Bad.

W

  • Wärmebrücke

    Eine Stelle in der Gebäudehülle, an der Wärme deutlich schneller nach außen fließt als in der umgebenden Fläche. Dort ist die Innenoberfläche kälter – und dort beginnt Schimmel.

  • Wärmedämmverbundsystem (WDVS)

    Ein Fassadendämmsystem aus Dämmplatten, die auf die Außenwand geklebt und gedübelt und mit einem armierten Putz überzogen werden. Die häufigste Art, eine Fassade nachträglich zu dämmen.

  • Wärmepumpe

    Ein Heizgerät, das Wärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser aufnimmt und mit Strom auf ein nutzbares Temperaturniveau bringt. Aus einer Kilowattstunde Strom werden je nach Bedingungen drei bis viereinhalb Kilowattstunden Wärme.

  • Wandheizung

    Eine Flächenheizung, bei der Heizrohre auf der Wand verlegt und überputzt oder mit Platten bekleidet werden. Im Altbau oft die bessere Alternative zur Fußbodenheizung, weil der Boden dafür nicht geöffnet werden muss.

  • Wassereinwirkungsklassen

    Die Einstufung nach DIN 18534, wie stark eine Fläche im Innenraum mit Wasser beansprucht wird. Aus der Klasse folgt, ob und wie abgedichtet werden muss.

  • Wohnraumlüftung siehe Lüftungsanlage

X

  • Xylamon

    Handelsname eines in Deutschland weit verbreiteten Holzschutzmittels, im Sprachgebrauch oft stellvertretend für die ganze Produktgruppe. Bis in die 1980er-Jahre enthielten solche Mittel häufig Pentachlorphenol (PCP) und Lindan – Stoffe, die heute verboten sind und aus behandeltem Holz bis heute ausgasen können.

Y

Z

  • Zählerschrank

    Der Schrank, in dem Stromzähler, Hauptsicherung und oft die Verteilung sitzen. Im Altbau das Bauteil, an dem Wärmepumpe, Wallbox und Photovoltaik am häufigsten scheitern.

  • Zementestrich

    Der klassische Nassestrich aus Zement, Sand und Wasser, Kurzzeichen CT. Robust, feuchtebeständig und günstig – im Altbau aber oft zu schwer und zu langsam.

  • Zweischaliges Mauerwerk

    Eine Außenwand aus zwei getrennten Mauerschalen: innen die tragende Wand, außen eine Vormauerschale, meist aus Klinker, dazwischen eine Luftschicht oder Dämmung. Typisch für Norddeutschland und die Nachkriegszeit.

  • Zwischensparrendämmung

    Dämmung, die zwischen die Sparren eines Steildachs eingebaut wird. Im Altbau die gängigste Art, ein Dach von innen zu dämmen – und die mit den meisten Ausführungsfehlern.

Stand: 10/2026Zuletzt aktualisiert: Redaktion: René Lindelaub

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