Eine veraltete Schutzmaßnahme in Elektroinstallationen, bei der Schutzleiter und Neutralleiter auf einer gemeinsamen Ader geführt werden. Im Altbau bis in die 1970er-Jahre verbreitet.
Erkennbar ist sie an zweiadrigen Leitungen, bei denen in der Schutzkontaktsteckdose der Schutzkontakt mit dem Neutralleiter verbunden ist. Solange alles hält, funktioniert das. Die Gefahr liegt im Fehlerfall: Löst sich die gemeinsame Ader an einer Klemme oder bricht sie, liegt am Metallgehäuse eines angeschlossenen Geräts die volle Netzspannung – und keine Sicherung löst aus.
Kein Bestandsschutz nach dem Umbau
Seit 1973 ist die klassische Nullung bei neuen Anlagen unzulässig. Bestehende Anlagen dürfen bleiben, solange nichts wesentlich geändert wird – mit dem ersten Umbau entfällt der Schutz. Und: Ein Fehlerstromschutzschalter lässt sich an einer genullten Anlage nicht einfach nachrüsten, weil er getrennte Neutral- und Schutzleiter voraussetzt. Dafür müssen die Leitungen erneuert werden.
Siehe Elektroinstallation und Zählerschrank.
Woran man klassische Nullung erkennt
- Zweiadrige Leitungen an Steckdosen und Lampen, ohne grün-gelbe Ader.
- In der Schutzkontaktsteckdose führt eine Brücke vom Schutzkontakt zum Neutralleiter – sichtbar nur bei geöffneter, spannungsfreier Dose.
- Steckdosen ohne Schutzkontakt in einem Teil der Räume, Schutzkontaktsteckdosen im anderen.
- Elektrik aus der Zeit vor 1973, Schraubsicherungen im Verteiler.
Sicher feststellen kann das nur eine Elektrofachkraft. Öffnen Sie keine Dose, die unter Spannung steht.
Was jetzt zu tun ist
| Situation | Abhilfe |
|---|---|
| Anlage bleibt unverändert | Bestandsschutz. Prüfen lassen und Geräte mit Metallgehäuse nicht an Steckdosen mit klassischer Nullung betreiben |
| Einzelne Räume werden umgebaut | dort neue dreiadrige Leitungen und FI-Schalter – der Bestandsschutz endet für die geänderten Teile |
| Wärmepumpe, Wallbox oder Photovoltaik geplant | meist neuer Zählerschrank; die Gelegenheit, die Nullung aufzulösen |
| Alle Leitungen zweiadrig | Komplettsanierung, in der Regel 90 bis 160 € je m² Wohnfläche |
Ein FI-Schalter allein löst das Problem nicht: Ihm fehlt bei klassischer Nullung der getrennte Rückweg, an dem er Fehlerströme erkennt. Die Abhilfe ist eine neue Leitung mit eigenem Schutzleiter. Ob bei Ihnen eine Teil- oder Komplettsanierung ansteht und was sie kostet, rechnet der Elektrik-Check.
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