Ein älteres Wohngebäude. Eine gesetzliche Definition gibt es nicht – je nach Zusammenhang ist etwas anderes gemeint.
| Zusammenhang | Was als Altbau gilt |
|---|---|
| Wohnungsmarkt und Umgangssprache | meist Gebäude, die vor 1949 errichtet wurden – oft mit hohen Decken, Stuck und Dielen |
| Energiesparrecht | Gebäude, deren Bauantrag vor dem 1. November 1977 gestellt wurde, also vor der ersten Wärmeschutzverordnung |
| Steuerrecht | eine eigene Grenze: Gebäude, die vor 1925 fertiggestellt wurden, werden mit 2,5 statt 2 Prozent abgeschrieben |
| Schwerpunkt dieser Seite | Bestand bis 1978 – rund zwei Drittel aller Wohngebäude in Deutschland |
Warum die Grenze um 1978 so viel ausmacht: Erst die Wärmeschutzverordnung von 1977 stellte verbindliche Anforderungen an den Wärmeschutz. Gebäude, die davor geplant wurden, haben meist dünne, ungedämmte Außenwände, einfach verglaste Fenster und keine Dämmung im Dach. Dazu kommen bis 1993 verbaute Schadstoffe wie Asbest.
Altbau ist nicht gleich Altbau
Bauweise, typische Schäden und die sinnvolle Reihenfolge einer Sanierung unterscheiden sich je nach Bauzeit erheblich:
| Baualtersklasse | Typisch |
|---|---|
| Gründerzeit, bis 1918 | Vollziegel, Holzbalkendecken, Stuck, Kastenfenster |
| Zwischenkriegszeit, 1919–1945 | sparsamer gebaut, Hohlmauerwerk, erste Stahlbetondecken |
| Wiederaufbau, 1946–1959 | knappe Materialien, dünne Wände, Hohlblock und Bims |
| Bauboom, 1960–1978 | Stahlbeton, Faserzement, großer Sanierungsstau |
| Fachwerk, alle Epochen | eigene Bauphysik, diffusionsoffene Materialien |
Wie sich Alter und Modernisierungen auf den Wert auswirken, steht unter Restnutzungsdauer.
Angebotsservice
Drei Angebote von Betrieben, die Bestandsgebäude kennen
Wir fragen nach Baujahr, Bauteil und Zustand — nicht nur nach der Postleitzahl. Das ist der Unterschied zwischen einem Kontakt und einem verwertbaren Angebot.