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Feuchtigkeit & Keller im Altbau

Ein feuchter Keller hat vier mögliche Ursachen – und jede Maßnahme, die zur falschen gehört, ist verlorenes Geld. Diese Seite grenzt die Ursache ein: mit einer Diagnose nach Ihren Beobachtungen, den Tests, die nichts kosten, einem Lüftungs-Check gegen Sommerkondensat und den Preisen für das, was wirklich hilft.

Abdichtung und Sperre
80–700 € je lfm
Diagnose zuerst
500–1.200 € Gutachten
Förderung
nein
Stand
09/2026

Die vier Ursachen auseinanderhalten

Ein feuchter Keller sieht immer gleich aus und hat vier völlig verschiedene Ursachen. Jede verlangt eine andere Maßnahme, und jede Maßnahme ist gegen die anderen drei wirkungslos. Deshalb steht am Anfang die Diagnose, nicht das Angebot.

UrsacheWoran man sie erkenntWas hilft
Aufsteigende FeuchteWaagerecht begrenztes Feuchteband bis etwa einen Meter Höhe, Salzausblühungen, abplatzender Putz. Über das ganze Jahr gleich.Nachträgliche Horizontalsperre, injiziert oder mechanisch
Seitlich eindringendes WasserFlächige Durchfeuchtung, oft nach Regen stärker, häufig auf der Wetterseite oder am Hang.Außenabdichtung mit Freilegen der Wand, Drainage
KondensatFeuchte an kühlen Flächen, im Sommer schlimmer als im Winter, Schimmel in Ecken und hinter Möbeln.Lüftungsverhalten ändern, kalte Flächen dämmen – keine Abdichtung
RohrschadenÖrtlich begrenzt, oft ohne Salze, manchmal warm. Der Wasserzähler läuft bei geschlossenen Hähnen weiter.Leckortung und Reparatur, danach Bautrocknung
Der häufigste Fehler ist die Verwechslung der ersten mit der dritten Ursache. Ein Keller, der im Sommer schwitzt, wird durch eine Horizontalsperre nicht trockener – er wird nur teurer.

Feuchte-Diagnose

Beantworten Sie, was Sie sehen. Der Rechner gewichtet die Merkmale wie ein Sachverständiger beim Ortstermin, ordnet die vier Ursachen nach Wahrscheinlichkeit und nennt zu jeder die Prüfschritte und die Maßnahmen mit Preisen für Ihre Wandlänge. Er ersetzt keine Untersuchung am Bauwerk, aber er verhindert, dass Sie das Falsche beauftragen.

Die Tests, die nichts kosten

Bevor ein Betrieb kommt, können Sie vier Dinge selbst prüfen. Sie grenzen die Ursache in den meisten Fällen schon ein.

  1. Wasserzähler-Test. Alle Hähne zudrehen, Zählerstand notieren, über Nacht warten. Bewegt sich das Zählwerk, verliert eine Leitung Wasser. Ebenso den Druck der Heizung über einige Tage beobachten.
  2. Folientest. Ein Stück Alufolie oder eine Glasscheibe dicht auf die feuchte Stelle kleben, Ränder abkleben, zwei Tage warten. Tropfen auf der Raumseite bedeuten Kondensat; ist die Wand unter der Folie dunkel und feucht, kommt das Wasser aus dem Mauerwerk.
  3. Hygrometer-Vergleich. Je ein Thermo-Hygrometer draußen und im Keller. Entscheidend ist nicht die Prozentzahl, sondern die absolute Feuchte – das rechnet der Lüftungs-Check aus.
  4. Regenprobe und Höhenmarke. Die Oberkante des Feuchtebands mit Bleistift markieren und nach dem nächsten starken Regen fotografieren. Wandert die Feuchte nach Regen, kommt sie von außen; bleibt die Marke über Monate stehen, spricht das für aufsteigende Feuchte.

Lüftungs-Check: wann Lüften hilft und wann es schadet

Im Sommer bringt jedes offene Kellerfenster Feuchte ins Haus: Warme Luft trägt viel Wasser, und an der 14 Grad kalten Kellerwand fällt es aus. Ein niedrigerer Prozentwert draußen sagt darüber nichts – verglichen werden muss die absolute Feuchte in Gramm je Kubikmeter.

Als Faustregel: im Sommer nur früh morgens oder nachts lüften, im Winter dagegen gern tagsüber. Wer es genau wissen will, hängt zwei Hygrometer auf oder nimmt einen Lüfter mit Taupunktsteuerung.

Wie richtig gemessen wird

VerfahrenWas es leistetAussagekraft
Darr-Methode an BohrkernenDas Material wird gewogen, getrocknet und erneut gewogen. Ergibt die Masseprozent Feuchte.Der Referenzwert. Laborgenau.
CM-MessungBaustellenverfahren mit Calciumcarbid, Ergebnis in wenigen Minuten.Belastbar, für die Baustelle ausreichend.
Elektrische Messung, kapazitiv oder WiderstandGerät wird an die Wand gehalten oder eingestochen.Nur Indikator. Zeigt bei salzbelastetem Mauerwerk deutlich zu hohe Werte.
Ein Betrieb, der ausschließlich mit dem elektrischen Handgerät misst und daraus ein Angebot ableitet, misst genau genommen den Salzgehalt mit. Verlangen Sie Bohrkerne.

Was hilft – und was es kostet

MaßnahmePreisWogegen sie hilft
Horizontalsperre, injiziert80–180 € je lfmaufsteigende Feuchte bei gleichmäßigem Mauerwerk
Horizontalsperre, mechanisch eingesägt200–450 € je lfmaufsteigende Feuchte, auch bei Bruchstein mit Hohlräumen
Chromstahlblech-Einschlagverfahren150–300 € je lfmaufsteigende Feuchte bei durchgehender Lagerfuge
Außenabdichtung mit Aushub350–700 € je lfmseitlich eindringendes Wasser – die dauerhafteste Lösung
Ringdrainage100–200 € je lfmnur zusammen mit einer Abdichtung und nur, wenn das Wasser abfließen kann
Innenabdichtung mit Dichtschlämme und Sperrputz150–350 € je m²wenn außen nicht gegraben werden kann
Sanierputz nach Salzanalyse50–90 € je m²Salzbelastung, nachdem die Ursache beseitigt ist
Leckortung200–600 €Rohrschaden, bevor irgendetwas aufgestemmt wird
Bautrocknung1.500–3.000 €nach einem Wasserschaden
Feuchtegesteuerte Kellerlüftung300–900 €Kondensat im Sommer
Gutachten mit Feuchte- und Salzmessung500–1.200 €die Unsicherheit, welche der vier Ursachen es ist
Marktspannen 09/2026. Die günstigste Position ist fast immer das Gutachten – es verhindert die falsche Maßnahme.

Warum Salze das eigentliche Problem sind

Nitrate, Chloride und Sulfate wandern über Jahrzehnte mit dem Wasser in die Wand und bleiben dort, wenn das Wasser verdunstet. Sie sind hygroskopisch: Sie ziehen Feuchte aus der Raumluft, auch wenn von unten längst nichts mehr nachkommt. Eine Wand kann deshalb nach einer erfolgreichen Sperre weiter feucht wirken – siehe Salzausblühungen.

Die Lösung ist kein dichter Putz, sondern ein poröser. Ein Sanierputz nimmt Salze in seinem Porenraum auf und hält die Oberfläche trocken. Er ist damit ein Speicher, keine Sperre – und wer ihn auf eine Wand setzt, in der die Ursache noch aktiv ist, hat in fünf Jahren dasselbe Bild wie vorher.

Rechnen Sie mit Trocknungszeit

Nach einer Horizontalsperre trocknet die Wand nach, und zwar langsam: als Faustwert etwa ein Zentimeter Wandstärke je Monat. Eine 50 cm dicke Bruchsteinwand braucht also gut vier Jahre, bis sie durchgetrocknet ist. Wer direkt danach täfelt, tapeziert oder dämmt, schließt die Feuchte ein. Planen Sie den Innenausbau bewusst später ein – oder wählen Sie Aufbauten, die diffusionsoffen bleiben.

Schimmel im Keller

Schimmel wächst ab etwa 80 % relativer Feuchte an der Oberfläche, also lange bevor Wasser sichtbar wird. Im Keller ist er meist eine Folge von Kondensat, nicht von aufsteigender Feuchte. Kleine Flächen unter einem halben Quadratmeter auf festem Untergrund können Sie selbst mit 70- bis 80-prozentigem Alkohol entfernen – mit Handschuhen, FFP2-Maske und gelüftet. Größere Flächen, befallene Dämmung oder Gipskarton gehören zum Fachbetrieb. Ohne die Ursache kommt er zurück; mehr unter Schimmel.

Echter Hausschwamm

Er ist der Sonderfall unter den Feuchteschäden: Der Pilz wächst durch Mauerwerk, zerstört tragendes Holz und ist in mehreren Bundesländern meldepflichtig. Wer ihn vermutet, reißt nichts ab und deckt nichts zu, sondern holt zuerst einen Holzschutzsachverständigen. Sein Gutachten legt den Sanierungsumfang fest; ohne diesen Rahmen wird entweder zu wenig entfernt oder unnötig viel Substanz zerstört. Merkmale und Verwechslungen stehen unter Echter Hausschwamm.

Was der Betrieb übernimmt

  • Feuchtemessung, Salzanalyse und Ursachenklärung vor der Maßnahme
  • Nachträgliche Horizontalsperre durch Injektion oder Mauersägeverfahren
  • Außenabdichtung mit Freilegen der Kellerwand und Drainage
  • Innenabdichtung, Sperrputz, Sanierputzsysteme
  • Bekämpfung von Echtem Hausschwamm und Holzschädlingen
  • Kellerdeckendämmung und Trockenlegung von Bodenplatten

Was den Preis bestimmt

KostentreiberEinordnung
VerfahrenInjektion 80–180 €/lfm, Mauersägeverfahren 200–450 €/lfm, Chromstahlblech dazwischen.
Außenabdichtung350–700 €/lfm inklusive Erdaushub, Abdichtung, Perimeterdämmung und Drainage.
ZugänglichkeitEnge Grundstücke, Anbauten und Bäume machen Baggerarbeit zur Handschachtung – rechnen Sie 30 bis 40 % Zuschlag.
SalzbelastungStark versalzenes Mauerwerk braucht Kompressenputz und mehrere Trocknungszyklen.
SchädlingsbefallHausschwammsanierung umfasst Rückbau befallener Bauteile weit über den sichtbaren Bereich hinaus.

Wer zahlt: Versicherung

Für einen Rohrschaden im Haus kommt in der Regel die Wohngebäudeversicherung auf – einschließlich Leckortung, Trocknung und Wiederherstellung. Schäden durch Starkregen, Hochwasser oder Rückstau sind dagegen nur mit der Zusatzvereinbarung für Elementarschäden gedeckt. Drückendes Grundwasser und Feuchte, die über Jahre eingedrungen ist, zahlt normalerweise niemand. Melden Sie einen Wasserschaden, bevor Sie Handwerker beauftragen, und lassen Sie Schäden vorher fotografieren. Gegen Rückstau aus dem Kanal hilft bauseits eine Rückstausicherung.

Angebote vergleichen

  • Messprotokoll mit Bohrkernen und Salzanalyse, nicht nur Handgerät
  • Benanntes Verfahren mit Produkt, Bohrabstand und Verpressdruck
  • Umgang mit dem Wand-Boden-Anschluss und mit einbindenden Innenwänden
  • Trocknungszeit und wann der Innenausbau frühestens folgt
  • Gewährleistung und was bei nicht erreichter Wirkung passiert

Über Altbau-Ausbau erhalten Sie Angebote von Betrieben, die Feuchteschäden im Altbau untersuchen und sanieren. Drucken Sie die Diagnose aus und legen Sie sie der Anfrage bei.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich aufsteigende Feuchte?

Typisch ist ein horizontal begrenztes Feuchteband bis etwa einen Meter Höhe mit Salzausblühungen und abplatzendem Putz. Seitlich eindringendes Wasser zeigt sich dagegen flächig und oft nach Regenereignissen. Eine Darr-Messung von Bohrkernen liefert Gewissheit.

Ist eine Injektion dauerhaft wirksam?

Bei gleichmäßigem, nicht zu stark durchfeuchtetem Mauerwerk ja. Bei Bruchsteinmauerwerk mit großen Hohlräumen ist die Wirksamkeit schwer vorhersagbar — dort ist ein mechanisches Verfahren die sicherere Wahl.

Was kostet es, einen Keller trockenzulegen?

Das hängt allein an der Ursache. Eine injizierte Horizontalsperre für 12 laufende Meter liegt bei etwa 1.000 bis 2.200 €. Eine Außenabdichtung derselben Wandlänge kostet 4.200 bis 8.400 €, bei engem Zugang mehr. Ein Rohrschaden ist oft mit Leckortung und Reparatur für unter 2.000 € erledigt – und wird meist von der Versicherung getragen.

Hilft ein Luftentfeuchter?

Gegen Kondensat ja, als Dauerlösung nein. Er senkt die Luftfeuchte, solange er läuft, und kostet im Dauerbetrieb 100 bis 300 € Strom im Jahr. Kommt das Wasser aus dem Mauerwerk, entzieht er der Wand nur noch mehr Salze an die Oberfläche.

Bringt eine Drainage etwas?

Nur zusammen mit einer Abdichtung und nur, wenn das Wasser irgendwohin abfließen kann. Eine Drainage im bindigen Boden ohne Vorfluter sammelt Wasser am Haus, statt es abzuführen.

Innen oder außen abdichten?

Außen ist bauphysikalisch richtig, weil das Wasser draußen bleibt. Innen ist die Lösung, wenn nicht gegraben werden kann – dann bleibt das Wasser in der Wand, und Anschlüsse an Boden und Innenwände müssen sorgfältig geplant werden.

Was tun bei Verdacht auf Hausschwamm?

Nichts abreißen, nichts abdecken, sondern einen Holzschutzsachverständigen hinzuziehen. Sein Gutachten definiert den Sanierungsumfang; ohne diesen Rahmen wird entweder zu wenig entfernt oder unnötig viel Substanz zerstört.

Quellen: WTA-Merkblätter zur Mauerwerksdiagnostik und zu nachträglichen Horizontalsperren; DIN 18533 für die Abdichtung erdberührter Bauteile; DIN 4095 für Drainagen; Magnus-Formel für Taupunkt und absolute Feuchte. Kosten sind Marktspannen aus Handwerker- und Vergleichsportalen, Stand 09/2026, keine Festpreise. Angaben zur Versicherung sind allgemein gehalten und ersetzen keine Prüfung Ihres Vertrags.

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