Bestandsgebäude seit 1998 · Schwerpunkt Baujahr vor 1979

Für Handwerksbetriebe →

Kellerdecke dämmen im Altbau

Die Kellerdecke ist die günstigste Dämmung im Altbau: Platten von unten an die Decke, meist in ein bis zwei Tagen erledigt, und der Fußboden im Erdgeschoss wird spürbar wärmer. Knifflig wird es nur, wenn der Keller niedrig ist, viele Rohre unter der Decke hängen oder eine Kappen- oder Holzbalkendecke darüber liegt. Der Planer auf dieser Seite leitet die Dicke aus Ihrer Kellerhöhe ab und rechnet Kosten, Förderung und Einsparung.

Fachbetrieb
40–100 € je m²
Eigenleistung, Material
15–80 € je m²
Förderung
15 %, U ≤ 0,25
Stand
09/2026

Die kurze Antwort

Ihr KellerDie passende Lösung
Ebene Betondecke, gut 2 m hoch12 cm EPS oder Steinwolle von unten kleben – das reicht für die Förderung
Niedriger KellerPIR-Platten: 8 cm dämmen so gut wie 12 cm EPS. Reicht die Höhe gar nicht, genügt nach dem Gesetz die höchstmögliche Dicke – siehe Wenn der Keller niedrig ist
Viele Rohre und Kabel unter der DeckeRohre zuerst dämmen, Kabel lösen, Platten dahinter durchziehen; rechnen Sie mit deutlich mehr Arbeitszeit
Kappendecke mit StahlträgernPlatten an einer Unterkonstruktion unter den Trägern, vorher die Träger auf Rost prüfen
Holzbalkendeckediffusionsoffen dämmen, mit Steinwolle oder Holzfaser – nicht mit EPS oder PIR
Feuchter Kellererst die Ursache klären – mit der Feuchte-Diagnose
Mehrfamilienhausin Kellerfluren und Heizräumen nicht brennbar dämmen, etwa mit Steinwolle
Der Keller soll Wohnraum werdennicht die Decke dämmen, sondern Wände und Boden – siehe Perimeterdämmung

Was es bringt: Bei einer ungedämmten Betondecke über 80 m² Keller sinken die Heizkosten um rund 300 bis 350 € im Jahr, und die Oberfläche des Fußbodens im Erdgeschoss wird an kalten Tagen etwa 2 °C wärmer. In Eigenleistung hat sich die Dämmung nach etwa sieben Jahren bezahlt gemacht, mit Fachbetrieb nach etwa 13.

Kellerdecken-Planer

Tragen Sie Deckenart, Fläche, die heutige Höhe und die Höhe ein, die bleiben soll – gemessen an der niedrigsten Stelle, meist an Tür, Unterzug oder Treppe. Der Planer schlägt die dünnste Dicke vor, die noch für die Förderung reicht, zeigt den Aufbau im Schnitt, prüft Feuchte und Brandschutz und rechnet Einkaufsliste und Kosten für Fachbetrieb und Eigenleistung.

Beispiel: Stahlbetondecke über 80 m² Keller

Keller 205 cm hoch, 190 cm sollen bleiben, einzelne Rohre unter der Decke, trockener Keller, Einfamilienhaus. Der Planer schlägt 12 cm EPS vor.

PostenFachbetriebEigenleistung, Material
EPS-Platten 12 cm, geklebt3.300–4.650 €1.180–1.760 €
Kellerwände oben, 50 cm Dämmstreifen450–720 €140–250 €
Heizungs- und Warmwasserrohre dämmen100–170 €20–50 €
Leuchten und Kabel versetzen240–480 €vom Elektriker
Werkzeug, Leiter, Schutzausrüstung80–200 €
Summe4.090–6.010 €1.670–2.740 €
Zuschuss 15 %−610 bis −900 €nur mit Bestätigung des Energieberaters
U-Wert von 1,30 auf 0,24 W/(m²·K); rund 2.800 kWh und 336 € Heizkosten weniger im Jahr; lichte Höhe danach 193 cm.

Was der Planer annimmt

AnnahmeWert
U-Wert der ungedämmten DeckeStahlbeton 1,3, Hohlstein 1,1, Kappendecke 1,2, Holzbalken 0,8 W/(m²·K) – Richtwerte, real zwischen etwa 0,7 und 1,9
Wärmeverlust66.000 Heizgradstunden, Temperatur-Korrekturfaktor 0,5 für den unbeheizten Keller, 0,35 mit Heizung im Keller
Fußboden20 °C im Raum, 9 °C im Keller (14 °C mit Heizung), nach der Dämmung 2 K kälter
BefestigungBetondecken geklebt, bei unsicherem Untergrund zusätzlich gedübelt; Kappen- und Holzbalkendecken an einer Unterkonstruktion
LeitungenArbeitszeit 25 % höher bei einzelnen, 60 % bei vielen Leitungen; eine Leuchte je 15 m²
WandstreifenUmfang aus der Fläche geschätzt, 50 cm hoch, 4 cm dick
PreiseMarktspannen 09/2026 ohne regionale Unterschiede

Welcher Dämmstoff

DämmstoffλBrand­verhaltenDicke für U ≤ 0,25*Fachbetrieb je m²Material je m²Passt zu
EPS0,035brennbar12 cm36–51 €15–22 €ebenen, trockenen Betondecken im Einfamilienhaus
Steinwolle0,035nicht brennbar12 cm70–100 €48–70 €Mehrfamilienhaus, Heizraum, Kellerfluren
PIR-Hartschaum0,023brennbar8 cm46–64 €25–36 €niedrigen Kellern
Holzfaser0,040brennbar14 cm66–92 €41–58 €Holzbalkendecken
Mineraldämmplatte0,045nicht brennbar16 cm79–115 €55–82 €Kellern mit Brandschutzanforderung, die unverputzt bleiben sollen
* auf einer ungedämmten Stahlbetondecke mit U 1,3; geklebt, ohne Leitungen. Für das Gesetz (U ≤ 0,30) reichen je 2 cm weniger. Stand 09/2026.

Nach Deckenart

Stahlbetondecke

Der einfachste Fall. Die Platten werden auf die saubere, tragfähige Unterseite geklebt. Sandet der Beton oder ist er gestrichen, kommen Tellerdübel dazu. Vorher mit einer Latte prüfen: Unebenheiten über etwa einen Zentimeter gleicht man mit Kleber oder dünnen Streifen aus.

Hohlstein- oder Rippendecke

Die Hohlsteindecke ist meist verputzt. Geklebt wird wie auf Beton. Dübel halten nur in den Rippen oder mit Hohlraumdübeln – ohne Schlag bohren, sonst brechen die Hohlkörper.

Kappendecke

Zwischen den Stahlträgern einer Kappendecke wölben sich Ziegelkappen. Eine glatte Fläche gibt es nicht. Die Platten hängen deshalb an einer Unterkonstruktion unter den Trägern, die Luft in den Kappen bleibt ruhend und dämmt ein wenig mit. Vorher die Unterflansche prüfen: Rost unter der Dämmung sieht niemand mehr.

Holzbalkendecke

Unter einer Holzbalkendecke darf die Dämmung Feuchte nicht einsperren. Dampfbremsende Platten wie EPS oder PIR auf der kalten Seite können das Holz feucht halten. Besser sind Steinwolle oder Holzfaser an einer Unterkonstruktion. Vorher Balken und Fehlboden auf Feuchte und Befall prüfen.

Gewölbekeller

Ein Gewölbe lässt sich von unten kaum sauber dämmen. Sinnvoller ist meist, den Fußboden darüber zu dämmen, wenn er ohnehin erneuert wird. Für einen neuen Fußbodenaufbau auf der warmen Seite verlangt das Gesetz U ≤ 0,50.

Wenn der Keller niedrig ist

Messen Sie an der niedrigsten Stelle, nicht in der Raummitte: unter Unterzügen, am Türsturz und am Treppenabgang. Dort entscheidet sich, wie dick die Dämmung werden darf.

  • Dünner dämmen: PIR-Platten erreichen mit 8 cm, wofür EPS 12 cm braucht.
  • Gesetzliche Ausnahme: Ist die Dicke technisch begrenzt, genügt die höchstmögliche Dämmschichtdicke mit einer Wärmeleitfähigkeit von höchstens 0,035 W/(m·K), bei nachwachsenden Dämmstoffen 0,045.
  • Förderung: Der Zuschuss setzt U ≤ 0,25 voraus. Ob bei begrenzter Höhe eine Ausnahme greift, klärt der Energie-Effizienz-Experte vor dem Antrag – rechnen Sie nicht fest damit.
  • Nur wo es geht: Unter Unterzügen und an der Treppe dünner, in der Fläche dicker. Wichtig ist, dass keine Lücken bleiben.
  • Vakuumdämmung ist mit 2 bis 3 cm sehr dünn, aber teuer und lässt sich nicht zuschneiden oder anbohren.

Rohre, Kabel und Lampen

Leitungen unter der Decke sind der häufigste Grund, warum eine Kellerdeckendämmung länger dauert als geplant.

  • Heizungs- und Warmwasserrohre zuerst dämmen. Bisher haben sie den Keller mitgeheizt; nach der Dämmung verlieren sie sonst umso mehr Wärme an einen kälteren Raum.
  • Kabel lösen und hinter den Platten wieder befestigen oder in Leerrohre legen. Leuchten und Abzweigdosen versetzt der Elektriker; Dosen müssen zugänglich bleiben.
  • Rohre, die bleiben, umschneiden: Platten schlitzen, um das Rohr legen, Fugen mit Dämmschaum schließen.
  • Wasserleitungen an Außenwänden und in der Nähe von Kellerfenstern ebenfalls dämmen – der Keller wird etwas kälter.

Feuchte, Tauwasser und Schimmel

An einer gedämmten Betondecke bildet sich kein Tauwasser: Die warme, feuchte Luft ist oben im Wohnraum, die Dämmung liegt auf der kalten Seite. Die eigentliche Folge betrifft den Keller selbst – er wird ein bis zwei Grad kälter. Warme Sommerluft, die hereinströmt, kann dann an Wänden und Boden kondensieren. Deshalb im Sommer nur lüften, wenn es draußen kühler ist als im Keller, am besten nachts.

Ist der Keller schon heute feucht, erst die Ursache klären: aufsteigende Feuchte, eindringendes Wasser, Kondensat oder ein Rohrschaden. Eine Dämmung auf nassem Keller verschärft das Problem. Mehr dazu unter Kondensat und Feuchtigkeit & Keller.

Brandschutz

Im Einfamilienhaus ist die Wahl frei. In Mehrfamilienhäusern verlangen die Landesbauordnungen je nach Gebäudeklasse, dass Kellerflure als Rettungswege und Heizräume nicht brennbar ausgekleidet sind. EPS, PIR und Holzfaser brauchen dort eine Bekleidung, etwa aus Gipsplatten; Steinwolle und Mineraldämmplatten sind nicht brennbar und einfacher. Klären Sie das vor dem Kauf – siehe Brandschutz.

Kellerwände, Kellertür und Treppe

  • Wandstreifen: An den Kellerwänden führt die Decke Wärme an der Dämmung vorbei nach unten. Ein Dämmstreifen von etwa 50 cm oben an den Wänden entschärft diese Wärmebrücke.
  • Kellertür: Liegt die Kellertreppe offen im Wohnbereich, heizt das Haus den Keller mit. Eine dichte, gedämmte Kellertür ist dann Teil der Maßnahme.
  • Kellerfenster: Sitzt ein Fenster bis unter die Decke, läuft die Dämmung am Sturz aus. Das Fenster muss sich weiter öffnen lassen.

Pflicht und Förderung

Eine Pflicht zur Kellerdeckendämmung gibt es nicht. Dämmen Sie aber mehr als 10 % der Kellerdecke von unten, verlangt das Gebäudemodernisierungsgesetz dafür U ≤ 0,30 – oder bei begrenzter Höhe die höchstmögliche Dicke. Ausgenommen sind Flächen, die nach 1983 unter Einhaltung der damaligen Vorschriften errichtet oder erneuert wurden.

GesetzFörderung
Höchstwert U0,30 W/(m²·K)0,25 W/(m²·K)
Bei begrenzter Höhehöchstmögliche Dicke mit WLS 035, nachwachsend WLS 045im Einzelfall mit dem Energie-Effizienz-Experten klären
Zuschuss15 % der förderfähigen Kosten

Für den Zuschuss muss ein Energie-Effizienz-Experte die Maßnahme begleiten, und der Antrag muss vor dem Auftrag gestellt sein. Den Bonus von 5 % für einen Sanierungsfahrplan gibt es seit dem 21.07.2026 nur auf förderfähige Kosten über 30.000 € – für eine Kellerdecke allein fast nie. In Eigenleistung sind die Materialkosten förderfähig, wenn der Experte die fachgerechte Ausführung bestätigt; siehe Eigenleistung.

Selbst dämmen: so geht es

  1. Prüfen: Ist der Keller trocken? Hält der Untergrund – Klebeband aufdrücken und abziehen? Bleibt Staub oder Farbe daran, wird gedübelt.
  2. Vorbereiten: Rohre dämmen, Kabel lösen, Leuchten abnehmen lassen. Die Decke abbürsten, bei Bedarf grundieren.
  3. Kleben: Mineralischen Kleber als Randwulst mit drei Punkten auftragen oder Dämmstoffkleber in Streifen. Platten fest andrücken, im Verband mit versetzten Fugen verlegen.
  4. Dübeln: Wo nötig, nach dem Aushärten Tellerdübel setzen, etwa vier je Quadratmeter.
  5. Fugen schließen: Spalten über 2 mm mit Dämmschaum füllen, an Rohren sauber anschließen.
  6. Wände: Den 50-cm-Streifen oben an den Kellerwänden anbringen, Leitungen wieder befestigen.

Rechnen Sie für 80 m² mit zwei bis drei Tagen zu zweit. Bei vielen Leitungen oder einer Unterkonstruktion deutlich mehr.

Die häufigsten Fehler

  • Dämmen auf feuchtem Keller, ohne die Ursache zu klären
  • EPS oder PIR unter einer Holzbalkendecke
  • Heizungsrohre ungedämmt hinter oder unter der neuen Dämmung
  • Platten nur punktweise geklebt – sie hängen durch oder fallen später ab
  • Fugen offen gelassen und Kellerwände nicht mitgedämmt
  • Im Mehrfamilienhaus brennbare Platten ohne Bekleidung im Kellerflur
  • Zu dick gedämmt – und danach stößt man sich an jeder Tür den Kopf

Angebote vergleichen

  • Dämmstoff mit Wärmeleitfähigkeit, Dicke und Brandverhalten
  • Befestigung: geklebt, gedübelt oder Unterkonstruktion
  • Arbeiten an Rohren, Kabeln und Leuchten als eigene Positionen
  • Dämmstreifen an den Kellerwänden
  • Nachweis des U-Werts für die Förderung

Über Altbau-Ausbau erhalten Sie Angebote von Betrieben, die Kellerdecken im Bestand dämmen. Drucken Sie die Planung aus dem Planer aus und legen Sie sie der Anfrage bei. Weitere Preise stehen unter Kosten der Dämmung.

Häufige Fragen

Lohnt sich die Dämmung der Kellerdecke?

Fast immer. Sie ist günstig, schnell gemacht und bringt neben niedrigeren Heizkosten wärmere Fußböden. In Eigenleistung hat sie sich oft nach fünf bis zehn Jahren bezahlt gemacht.

Wie dick sollte die Dämmung sein?

Für die Förderung meist 12 cm EPS oder Steinwolle beziehungsweise 8 cm PIR auf einer Betondecke. Das Gesetz verlangt etwas weniger. Entscheidend ist, wie viel Höhe im Keller bleiben muss – das rechnet der Planer aus.

Von oben oder von unten dämmen?

Von unten, solange der Keller hoch genug ist: ohne Eingriff in die Wohnräume und deutlich günstiger. Von oben nur, wenn der Fußboden ohnehin neu gemacht wird oder der Keller zu niedrig ist.

Wird der Keller danach zu kalt?

Er wird ein bis zwei Grad kälter. Unter einem bewohnten Haus friert ein Keller dadurch in aller Regel nicht, Wasserleitungen an Außenwänden sollten aber gedämmt sein. Wer den Keller als Hobbyraum nutzt, dämmt besser die Wände.

Wie dämmt man einen Kriechkeller?

Ein Kriechkeller ist zu niedrig, um bequem Platten anzubringen. Oft wird deshalb der Fußboden von oben gedämmt oder Dämmstoff eingeblasen. Die Lüftungsöffnungen müssen offen bleiben, sonst sammelt sich Feuchte.

Sollte ich die Kellerwände innen dämmen?

Nur, wenn der Keller beheizt wird. Innen gelten dann die Regeln der Innendämmung, außen die der Perimeterdämmung. Für einen unbeheizten Keller reicht die gedämmte Decke mit dem Wandstreifen.

Quellen: Gebäudemodernisierungsgesetz, in Kraft seit 29.07.2026, Anforderungen an Decken und Wände gegen unbeheizte Räume (Infoportal gmodg.bund.de); Richtlinie BEG Einzelmaßnahmen mit technischen Mindestanforderungen, Stand 09/2026; DIN V 4108-6 zu Temperatur-Korrekturfaktoren; DIN EN ISO 6946 für U-Werte. Kosten sind Marktspannen, keine Festpreise. Rechtliche Angaben ersetzen keine Beratung im Einzelfall.

Wird der Fußboden darüber ohnehin erneuert, lohnt der Vergleich mit der Dämmung von oben – siehe Fußboden dämmen.

Angebotsservice

Drei Angebote von Betrieben, die Bestandsgebäude kennen

Wir fragen nach Baujahr, Bauteil und Zustand — nicht nur nach der Postleitzahl. Das ist der Unterschied zwischen einem Kontakt und einem verwertbaren Angebot.

Angebotsservice

Angebote vergleichen

Beschreiben Sie Ihr Vorhaben in acht kurzen Fragen. Wir suchen bis zu drei Betriebe in Ihrer Region, die auf Bestandsgebäude spezialisiert sind.

  1. 1Acht kurze Fragen zum Projekt
  2. 2Wir prüfen Betriebe in Ihrer Region
  3. 3Bis zu drei unverbindliche Angebote

Keine Vermittlungsgebühr für Eigentümer. Ihre Daten gehen nur an die Betriebe, die Ihre Anfrage bearbeiten.