Eine gekrümmte, meist gemauerte Decke, die ihre Last über Druck zu den Auflagern ableitet. Im Altbau vor allem als Kellergewölbe und als flache Kappen zwischen Stahlträgern.
| Form | Eigenschaft |
|---|---|
| Tonnengewölbe | halbzylindrisch, die einfachste und häufigste Form im Keller |
| Kreuzgewölbe | zwei sich durchdringende Tonnen, Last auf vier Eckpunkten |
| Kappe | flacher Bogen zwischen Stahlträgern – siehe Kappendecke |
Ein Gewölbe drückt nicht nur nach unten, sondern auch zur Seite. Diesen Schub nehmen die dicken Wände an den Seiten auf, die Widerlager. Eine neue Öffnung in einem Widerlager oder das Entfernen von Auflast über dem Gewölbe kann das Gleichgewicht stören – solche Eingriffe gehören vorher zu einem Tragwerksplaner.
Kellergewölbe nicht dicht machen
Gewölbe aus Ziegel oder Bruchstein brauchen den Austausch von Feuchte. Ein Zementputz oder eine Dispersionsfarbe sperren das Wasser im Mauerwerk ein; Salze sprengen dann den Putz ab. Passend sind Kalkputz und richtiges Lüften – siehe Entfeuchtung.
Als Lager- oder Weinkeller sind Gewölbe mit ihrem gleichmäßig kühlen, leicht feuchten Klima ideal. Soll ein Gewölbekeller Wohnraum werden, braucht es ein Konzept für Abdichtung, Dämmung und Lüftung. Siehe Salzausblühungen und Tragwerksplanung.
Gewölbedecke sanieren
Gewölbe halten oft Jahrhunderte – solange ihre Widerlager den Schub aufnehmen und die Fugen fest bleiben. Die Sanierung beginnt deshalb mit dem Blick auf das Schadensbild, nicht mit Putz oder Farbe.
| Schadensbild | Wahrscheinliche Ursache | Was hilft |
|---|---|---|
| Längsriss im Scheitel | Widerlager oder Außenwände weichen seitlich aus | Statiker; Zuganker oder Ringbalken nehmen den Schub auf |
| Ausgewaschene, sandende Fugen | Feuchte, alter Kalkmörtel | Fugen ausräumen und mit Kalkmörtel neu verfugen |
| Salzausblühungen, abplatzender Putz | Feuchte aus Erdreich oder Kondensat | Ursache klären – siehe Feuchte-Diagnose –, dann Sanierputz oder Kalkputz |
| Einzelne lose Steine | Frost, Wurzeln, Erschütterung | Steine neu setzen, Risse verpressen oder vernadeln |
- Kein Zementputz und keine dichte Beschichtung. Ein Gewölbe muss Feuchte abgeben können; dichte Schichten treiben sie in die Fugen.
- Lasten von oben prüfen. Ein neuer Estrich, ein Bad oder eine Fußbodenheizung über dem Gewölbe bringen Gewicht. Leichte Trockenaufbauten sind hier die sichere Wahl.
- Gewölbekeller als Wohnraum braucht ein Feuchte- und Lüftungskonzept; gedämmt wird meist der Boden darüber statt des Gewölbes – siehe Kellerdecke dämmen.
Richtwerte: Neu verfugen 50 bis 120 € je m², Rissverpressung nach Aufwand, Zuganker mit Statik ab etwa 1.500 € je Anker. Eine Einschätzung durch einen Tragwerksplaner kostet meist wenige hundert Euro und lohnt sich bei jedem Riss im Scheitel.
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