Bestandsgebäude seit 1998 · Schwerpunkt Baujahr vor 1979

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Klassische Nullung

Eine veraltete Schutzmaßnahme in Elektroinstallationen, bei der Schutzleiter und Neutralleiter auf einer gemeinsamen Ader geführt werden. Im Altbau bis in die 1970er-Jahre verbreitet.

Erkennbar ist sie an zweiadrigen Leitungen, bei denen in der Schutzkontaktsteckdose der Schutzkontakt mit dem Neutralleiter verbunden ist. Solange alles hält, funktioniert das. Die Gefahr liegt im Fehlerfall: Löst sich die gemeinsame Ader an einer Klemme oder bricht sie, liegt am Metallgehäuse eines angeschlossenen Geräts die volle Netzspannung – und keine Sicherung löst aus.

Kein Bestandsschutz nach dem Umbau

Seit 1973 ist die klassische Nullung bei neuen Anlagen unzulässig. Bestehende Anlagen dürfen bleiben, solange nichts wesentlich geändert wird – mit dem ersten Umbau entfällt der Schutz. Und: Ein Fehlerstromschutzschalter lässt sich an einer genullten Anlage nicht einfach nachrüsten, weil er getrennte Neutral- und Schutzleiter voraussetzt. Dafür müssen die Leitungen erneuert werden.

Siehe Elektroinstallation und Zählerschrank.

Woran man klassische Nullung erkennt

  • Zweiadrige Leitungen an Steckdosen und Lampen, ohne grün-gelbe Ader.
  • In der Schutzkontaktsteckdose führt eine Brücke vom Schutzkontakt zum Neutralleiter – sichtbar nur bei geöffneter, spannungsfreier Dose.
  • Steckdosen ohne Schutzkontakt in einem Teil der Räume, Schutzkontaktsteckdosen im anderen.
  • Elektrik aus der Zeit vor 1973, Schraubsicherungen im Verteiler.

Sicher feststellen kann das nur eine Elektrofachkraft. Öffnen Sie keine Dose, die unter Spannung steht.

Was jetzt zu tun ist

SituationAbhilfe
Anlage bleibt unverändertBestandsschutz. Prüfen lassen und Geräte mit Metallgehäuse nicht an Steckdosen mit klassischer Nullung betreiben
Einzelne Räume werden umgebautdort neue dreiadrige Leitungen und FI-Schalter – der Bestandsschutz endet für die geänderten Teile
Wärmepumpe, Wallbox oder Photovoltaik geplantmeist neuer Zählerschrank; die Gelegenheit, die Nullung aufzulösen
Alle Leitungen zweiadrigKomplettsanierung, in der Regel 90 bis 160 € je m² Wohnfläche

Ein FI-Schalter allein löst das Problem nicht: Ihm fehlt bei klassischer Nullung der getrennte Rückweg, an dem er Fehlerströme erkennt. Die Abhilfe ist eine neue Leitung mit eigenem Schutzleiter. Ob bei Ihnen eine Teil- oder Komplettsanierung ansteht und was sie kostet, rechnet der Elektrik-Check.

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