Bremer Haus und Neue Vahr
Altbausanierung in Bremen
Laut Zensus 2022 stammen 31,2 % der 120.413 Wohngebäude in Bremen aus der Zeit vor 1949, drei Viertel aus der Zeit bis 1978. Zuschüsse des Landes für Dämmung und Heizungstausch gibt es seit dem 31.08.2025 nicht mehr. Wer sein Dach grundlegend saniert, muss nach dem Bremischen Solargesetz eine PV-Anlage einplanen.
Bremen zahlt seit dem 31.08.2025 keine Landeszuschüsse mehr für Dämmung und Heizungstausch
Die Bremer Landesprogramme „Wärmeschutz im Wohngebäudebestand“ und „Heizungstausch“ sind zum 31.08.2025 ausgelaufen; das steht in der Senatsvorlage zum Kreditförderprogramm Wärmewende vom 20.05.2026. Begründet wird der Schritt mit dem Vorrang der Bundesprogramme. Für den Haushalt 2026/2027 plant das Land weder Zuschüsse noch Zinsverbilligungen. Manche Förderdatenbanken führen beide noch als offen.
Geblieben sind vor allem Darlehen, Stand 24.10.2026:
| Programm | Träger | Stand | Link |
|---|---|---|---|
| Wärmeschutz im Wohngebäudebestand (Zuschuss) | Land Bremen, Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft | eingestellt zum 31.08.2025 | Senatsvorlage 20.05.2026 |
| Heizungstausch (Zuschuss) | Land Bremen, Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft | eingestellt zum 31.08.2025 | Senatsvorlage 20.05.2026 |
| Kreditförderprogramm Wärmewende (Darlehen) | Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft mit der Bremer Aufbau-Bank | Senatsbeschluss 26.05.2026; Start für Herbst 2026 geplant, noch nicht bestätigt | Senatsvorlage 20.05.2026 |
| Rund ums Haus (Darlehen) | Bremer Aufbau-Bank (BAB) | läuft; bis 50.000 €, bis 100 % der Kosten, Laufzeit bis 10 Jahre, ohne Grundschuld | BAB: Kredite rund ums Haus |
| Modernisierungsförderung Sanierungsgebiet Blumenthal (Zuschuss) | Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung | Zuschüsse der Städtebauförderung, Beträge nicht genannt | Sanierungsgebiet Blumenthal |
Das geplante Kreditprogramm Wärmewende soll mit Landesbürgschaft, längeren Laufzeiten und tilgungsfreien Jahren auch ältere und einkommensschwache Eigentümer erreichen. Bei „Rund ums Haus“ dauert die Bearbeitung laut BAB derzeit etwa acht Wochen, begonnen wird grundsätzlich erst nach der Bewilligung – diese Zeit gehört in den Bauzeitenplan.
Weil der Senat selbst auf den Bund verweist, sind die Zuschüsse der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) von KfW und BAFA für die meisten Bremer Eigentümer der wichtigste Baustein; was dort gilt, erklärt der Ratgeber Förderung für die Altbausanierung 2026. Ob BEG-Zuschuss und BAB-Darlehen für dieselbe Maßnahme zusammenpassen, klären Sie vor dem Antrag.
Drei von vier Wohngebäuden in Bremen stammen aus der Zeit bis 1978
Von den 120.413 Wohngebäuden der Stadt Bremen sind laut Zensus 2022 genau 90.353 bis einschließlich 1978 entstanden, das sind 75,0 %. Älter als 1949 sind 37.573 Gebäude oder 31,2 %.
| Baujahr | Wohngebäude | Anteil |
|---|---|---|
| vor 1919 | 15.977 | 13,3 % |
| 1919–1948 | 21.596 | 17,9 % |
| 1949–1978 | 52.780 | 43,8 % |
| 1979 und später | 30.060 | 25,0 % |
| insgesamt | 120.413 | 100 % |
Quelle: Zensus 2022, Tabelle 3000G-2006, Merkmal Wohngebäude, Stichtag 15.05.2022; Anteile selbst berechnet und gerundet.
Die größte Gruppe bilden mit 43,8 % die Häuser der Jahre 1949–1978, meist gebaut vor den ersten gesetzlichen Wärmeschutzvorgaben. Bei den älteren Bauten geht es eher um Holzbalkendecken, alte Fenster und das Souterrain unter Straßenniveau.
Bremer Haus, Stoffregen-Villen, Klinkerblöcke und die Neue Vahr
Zwischen etwa 1850 und 1920 entstanden in Bremen schmale, tiefe Reihenhäuser, die laut bremen.de als Einfamilienhäuser geplant waren, weil Mietskasernen und Hinterhofbebauung verboten waren.
- Bremer Haus (ca. 1850–1920): Schwachhausen, das Viertel (Östliche Vorstadt) und die Neustadt; Stuckfassaden, hohe Decken. Das Souterrain liegt zur Straße tief, weil die Straßen gegen Überschwemmungen erhöht wurden.
- Land- und Doppelhäuser von Heinz Stoffregen: in Schwachhausen um Großbeerenstraße, Großgörschenstraße, Bordenauer Straße und Loignystraße. Nicht denkmalgeschützt, aber über ein Erhaltungsortsgesetz gesichert (Senatsvorlage zum 15. Ortsgesetz).
- Wohnanlagen der Bauhütte Hansa (1929–1932): in Neustadt und Südervorstadt an Friedrich-Ebert-Straße und Neuenlanderstraße; Klinkerbauten mit Flachdach, größter erhaltener Wohnkomplex der 1920er Jahre in Bremen, seit 2020 Baudenkmal (Denkmaldatenbank).
- Neue Vahr (fertiggestellt 1961): 9.147 Mietwohnungen und 769 Eigenheime, Zeilenbauten mit Reihenhäusern und Punkthochhäusern; der größte Teil gehört der Gewoba (Soziale Stadt Bremen).
2.104 Kulturdenkmale im Land Bremen und Ortsgesetze für Quartiere ohne Denkmalschutz
Das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Bremen führt in seiner Denkmalliste 2.104 Kulturdenkmale (Stand 23.10.2026). Die Zahl gilt für das Land Bremen, also für die Stadt Bremen und Bremerhaven zusammen; eine eigene Zahl für die Stadt nennt die Liste nicht. Zuständig ist die Bau- und Kunstdenkmalpflege des Landesamts für Denkmalpflege, Sandstraße 3, 28195 Bremen. Wer ein Kulturdenkmal verändern oder sanieren will, braucht dessen denkmalschutzrechtliche Genehmigung.
Für erhaltenswerte Quartiere ohne Denkmalschutz erlässt Bremen nummerierte Erhaltungsortsgesetze nach § 172 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 BauGB. Im 15. Ortsgesetz für das Stoffregen-Quartier in Schwachhausen (Ortsgesetz vom 02.05.2023, in Kraft seit 23.05.2023) sind Rückbau, Änderung, Nutzungsänderung und Errichtung baulicher Anlagen genehmigungspflichtig. Wird die Genehmigung endgültig versagt, kann unter Umständen die Übernahme des Grundstücks nach § 173 Abs. 2 BauGB verlangt werden. Welche Straßen weitere Ortsgesetze haben, weiß die Baubehörde.
Förmlich festgelegt ist das Sanierungsgebiet Blumenthal (Ortsgesetz vom 12.07.2022) mit erwartetem Abschluss in etwa 10 bis 15 Jahren. Das Sanierungsgebiet Huckelriede ist laut der Übersicht der Stadterneuerungsgebiete seit Sommer 2025 abgeschlossen.
Steuerlich zählt in Bremen die Reihenfolge. Bei Baudenkmalen kommen erhöhte Absetzungen nach § 7i EStG (vermietet) oder ein Abzug wie Sonderausgaben nach § 10f EStG (selbst bewohnt) in Betracht, in Blumenthal § 7h EStG bzw. § 10f EStG. Für Denkmale verlangt das Landesamt vor Baubeginn ein schriftliches Abstimmungsverfahren und bescheinigt danach auf Antrag mit den Rechnungen; wer in Blumenthal bescheinigt, erfragen Sie vorab. Öffentliche Zuschüsse mindern den begünstigten Betrag, die Einzelheiten klärt die Steuerberatung.
Wer in Bremen sein Dach grundlegend saniert, muss seit dem 01.07.2024 Solarstrom einplanen
Das Bremische Solargesetz verlangt seit 01.07.2024 eine Photovoltaikanlage, sobald Eindeckung, Abdichtung oder Dämmung auf mindestens 80 % der Dachfläche erneuert werden. Die Anlage muss binnen zwei Jahren stehen und mindestens 1 kW Modulleistung sowie 1.000 VA Wechselrichterleistung haben. Ausnahmen nennt die Umweltbehörde unter anderem bei Denkmalschutz, fehlender Statik oder weniger als 25 m² nutzbarer Fläche; bei Kulturdenkmalen braucht eine Anlage die Genehmigung des Landesamts. Tragfähigkeit und Kabelweg gehören deshalb schon in die Planung der Dachsanierung und der Elektroinstallation.
Der Bremer Wärmeplan vom 21.04.2026 zeigt Netzgebiete, schreibt aber nichts vor
Die Stadtbürgerschaft hat den Wärmeplan der Stadt Bremen am 21.04.2026 beschlossen. Er begründet keine einklagbaren Rechte oder Pflichten; das Geoportal zeigt aber, wo voraussichtlich Wärmenetze entstehen und wo eher Einzellösungen wie Wärmepumpen passen. Im Zielszenario für 2038 decken Wärmenetze und Wärmepumpen je nach Szenario rund zwei Drittel oder mehr als 85 % des Wärmebedarfs. Für die Wahl der Heizung gilt außerdem Bundesrecht: Seit dem 29.07.2026 heißt das Gebäudeenergiegesetz Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), und die pauschale Vorgabe, neue Heizungen zu 65 % mit erneuerbarer Energie zu betreiben, ist entfallen. Wer nach dem 29.07.2026 eine Gas-, Öl- oder Flüssiggasheizung neu in ein bestehendes Gebäude einbaut, muss allerdings sicherstellen, dass ab 2029 mindestens 10 %, ab 2030 15 %, ab 2035 30 % und ab 2040 60 % der Wärme aus Biomethan, Bioöl, biogenem Flüssiggas oder Wasserstoff stammen; auch Solarthermie oder eine Wärmepumpen-Hybridheizung können die Pflicht erfüllen (§ 43 GModG).
Vom Souterrain bis zur Stuckfassade: Bremer Besonderheiten je Gewerk
- Feuchtigkeit und Rückstau: In Bremen ist die Straßenoberkante die Rückstauebene. Wird das Souterrain als Wohnraum genutzt, verlangt das Entwässerungsortsgesetz laut hanseWasser eine Hebeanlage; für Waschküche oder Abstellraum genügt ein Rückstauverschluss (hanseWasser-Broschüre). Wie sich nasse Souterrainwände trocken legen lassen, steht im Ratgeber Feuchtigkeit und Kellerabdichtung.
- Fassade und Putz: Stuck am Bremer Haus, Klinker an der denkmalgeschützten Bauhütte Hansa – mehr zur Fassadensanierung und dazu, wie Putz und Stuck ausgebessert werden.
- Heizung: Erst die Adresse im Geoportal des Wärmeplans abfragen, dann entscheiden, ob Fernwärme, Wärmepumpe oder eine andere Lösung zum Haus passt – mehr dazu, welche Heizung zum Altbau passt.
- Energieberatung: Der „Bremer Förderlotse“ der BAB berät zu Programmen, auch in den Klima Bau Zentren in Bremen und Bremerhaven; was eine unabhängige Energieberatung zusätzlich leistet, steht im Ratgeber.
- Planung im Erhaltungsgebiet: Im Stoffregen-Quartier oder am Kulturdenkmal bereitet eine Architektin oder ein Architekt den Genehmigungsantrag vor.
Für Bremer Eigentümer: zuerst Darlehen und Genehmigung klären, dann Angebote vergleichen
Weil die BAB erst nach der Bewilligung beginnen lässt, sprechen Sie mit dem Förderlotsen, bevor Sie einen Betrieb beauftragen. Parallel klären Sie Denkmalstatus, Ortsgesetz und die Wärmeversorgung Ihrer Straße im Geoportal. Mit diesen Antworten holen Sie Angebote ein – über den Kasten „Angebote anfordern“ oder direkt bei den Betrieben im Verzeichnis unten.
Stand der Daten: 24.10.2026. Die rechtlichen und steuerlichen Hinweise geben den Stand der genannten Vorschriften und Quellen wieder und ersetzen keine Rechts- oder Steuerberatung im Einzelfall. Förderprogramme können jederzeit geändert, ausgesetzt oder beendet werden; maßgeblich sind allein die Richtlinien und Bescheide der jeweiligen Förderstelle, einen Anspruch auf Förderung begründen diese Angaben nicht.
Quellen
- Zensus 2022, Tabelle 3000G-2006 (Gebäude nach Baujahr und Art des Gebäudes), abgerufen am 24.10.2026
- Senatsvorlage Kreditförderprogramm Wärmewende (26.05.2026), abgerufen am 24.10.2026
- BAB Kredite rund ums Haus, abgerufen am 24.10.2026
- Sanierungsgebiet Blumenthal, abgerufen am 24.10.2026
- Stadterneuerung Gebiete, abgerufen am 24.10.2026
- Bremer Häuser (bremen.de), abgerufen am 24.10.2026
- Senatsvorlage 15. Ortsgesetz Erhaltungssatzung Schwachhausen, abgerufen am 24.10.2026
- Wohnanlagen der Bauhütte Hansa (Denkmaldatenbank), abgerufen am 24.10.2026
- Neue Vahr (Soziale Stadt Bremen), abgerufen am 24.10.2026
- Denkmalliste Land Bremen, abgerufen am 24.10.2026
- Landesamt für Denkmalpflege Bremen, abgerufen am 24.10.2026
- Bremisches Solargesetz (SUKW), abgerufen am 24.10.2026
- Wärmeplanung Bremen, abgerufen am 24.10.2026
- Wärmeplan Zielszenario, abgerufen am 24.10.2026
- Infoportal zum Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), abgerufen am 24.10.2026
- hanseWasser: Schutz für Grundstück und Gebäude, abgerufen am 24.10.2026
- Amtsblatt der Freien Hansestadt Bremen Nr. 97 vom 22.05.2023, abgerufen am 24.10.2026
Betriebe in Bremen
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Malereibetrieb Friedeberg GmbH
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Basisprofil
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- Fassade & Dämmung
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Basisprofil
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Heizung & Wärmepumpe 5 Betriebe
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Häufige Fragen zur Altbausanierung in Bremen
Bekomme ich in Bremen 2026 noch einen Zuschuss vom Land für Dämmung oder eine neue Heizung?
Nein. Das Land Bremen hat seine Zuschussprogramme für Wärmeschutz und Heizungstausch zum 31.08.2025 beendet und für 2026/2027 keine neuen eingeplant. Die Bremer Aufbau-Bank vergibt aber weiter das Darlehen „Rund ums Haus“ bis 50.000 € ohne Grundschuld. Zuschüsse gibt es vor allem über die Bundesförderung von KfW und BAFA.
Gilt die Bremer Solarpflicht auch, wenn ich nur einen Teil des Dachs erneuere?
Entscheidend ist der Umfang: Das Bremische Solargesetz greift, wenn Eindeckung, Abdichtung oder Dämmung auf mindestens 80 % der Dachfläche erneuert werden. Dann ist binnen zwei Jahren eine PV-Anlage mit mindestens 1 kW nötig. Ausnahmen gibt es unter anderem bei Denkmalschutz, fehlender Statik oder weniger als 25 m² nutzbarer Fläche.
Mein Bremer Haus hat ein Souterrain unter Straßenniveau – wie schütze ich es vor Rückstau?
Alles unterhalb der Straßenoberkante liegt in Bremen unter der Rückstauebene. Wohnen Sie im Souterrain, schreibt das Entwässerungsortsgesetz laut hanseWasser eine Hebeanlage vor. Bei Waschküche oder Abstellraum genügt ein Rückstauverschluss; alte, nicht mehr genutzte Bodenabläufe sollten zurückgebaut werden.
Muss ich in Bremen an die Fernwärme, wenn mein Haus in einem Netzgebiet des Wärmeplans liegt?
Aus dem Wärmeplan allein folgt keine Pflicht: Die Stadtbürgerschaft hat ihn am 21.04.2026 beschlossen, Rechte oder Pflichten für Eigentümer begründet er nicht. Er zeigt im Geoportal, wo Netze voraussichtlich kommen und wo Wärmepumpen besser passen. Ob für ein Gebiet zusätzlich eine Satzung gilt, erfragen Sie bei der Stadt.
Darf ich ein Stoffregen-Haus in Schwachhausen ohne Genehmigung umbauen?
Nein. Das 15. Ortsgesetz vom 02.05.2023 macht im Quartier um Großbeerenstraße und Loignystraße Rückbau, Änderung, Nutzungsänderung und Neubau genehmigungspflichtig. Das gilt, obwohl die Häuser nicht unter Denkmalschutz stehen. Stellen Sie den Antrag, bevor Sie Arbeiten vergeben.
Stand der Daten: Oktober 2026 · Quellen und Abrufdaten stehen im Text.