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Elektrik erneuern: Kosten im Altbau

Eine komplette Elektrosanierung im Altbau kostet nach Portalangaben 80–150 €/m² Wohnfläche†. Belastbarer sind Daten der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz aus Wärmepumpen-Angeboten: Umbau oder Erneuerung des Zählerschranks 350–7.765 €†. Für Teilsanierungen gibt es keinen belegten Wert je m²; hier hilft nur ein Angebot nach Besichtigung. Stand 10/2026.

Komplett je m²
80–150 €/m² Wohnfläche†
Zählerschrank
350–7.765 €†
Elektro für Wärmepumpe
347–7.648 €†
Mauernutfräse beim Schlitzen für neue Elektroleitungen

Wann die alte Elektrik raus muss

Viele Altbauten haben noch die Elektrik aus ihrer Bauzeit oder aus einer Modernisierung vor Jahrzehnten. Für eine fachgerecht errichtete Altanlage gilt grundsätzlich Bestandsschutz. Werden aber Stromkreise geändert oder erweitert, müssen die geänderten Teile den heutigen Normen entsprechen. Spätestens bei einer Kernsanierung, beim Einbau einer Wärmepumpe oder einer Wallbox steht deshalb die Frage im Raum: flicken oder erneuern?

Diese Anzeichen sprechen für eine Erneuerung:

  • Klassische Nullung: Schutz- und Neutralleiter liegen auf einer Ader. Ein Fehler kann Gehäuse unter Spannung setzen; ein FI-Schutzschalter lässt sich so nicht wirksam nachrüsten.
  • Keine Fehlerstrom-Schutzschalter im Verteiler, Schraubsicherungen statt Leitungsschutzschaltern.
  • Stoff- oder Gummiisolierung an Leitungen, zweiadrige Leitungen ohne Schutzleiter.
  • Zu wenige Stromkreise: Sicherungen fallen, wenn Waschmaschine und Wasserkocher gleichzeitig laufen.
  • Zählerschrank ohne Platz für neue Verbraucher wie Wärmepumpe, Wallbox oder Photovoltaik.

Pflichten, Ablauf und einen Selbst-Check finden Sie im Ratgeber Elektrik im Altbau erneuern. Leistungsumfang und Angebote von Elektrobetrieben bündelt die Seite Elektroinstallation im Altbau.

Was die Erneuerung kostet

Elektrik im Altbau: belegte Preise
PostenRichtwert
Elektrosanierung Altbau komplett80–150 €/m² Wohnfläche†1
Umbau oder Erneuerung Zählerschrank350–7.765 €†2
Elektroinstallation für Wärmepumpe347–7.648 €†2
Stand 10/2026. Preise brutto inkl. 19 % MwSt. † Die Quelle sagt nicht, ob die MwSt. enthalten ist; ist der Wert netto, liegt der Bruttopreis bis zu 19 % höher. Unverbindliche Richtwerte aus den genannten Quellen, kein Angebot. Genaue Preise nennen Ihnen Fachbetriebe.
  1. wohnglueck.de: Neue Elektrik Kosten
  2. Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz: Luft-Wasser-Wärmepumpen, zweiter Check von 160 Angeboten

Keine der Quellen sagt, ob ihre Preise die MwSt. enthalten; das steht jeweils beim Preis. Der Wert je m² stammt von einem Portal und nennt keine Herkunft; nehmen Sie ihn als grobe Orientierung. Die Werte zu Zählerschrank und Elektroinstallation stammen aus der Auswertung von 160 Wärmepumpen-Angeboten durch die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz (Stand 07/2026). Sie gelten für Ein- und Zweifamilienhäuser in Rheinland-Pfalz und beschreiben die Elektroarbeiten im Zuge eines Wärmepumpen-Einbaus, nicht die Erneuerung der ganzen Hausinstallation.

Was den Preis bestimmt

KostentreiberEinordnung
UmfangKomplett heißt: neuer Verteiler, neue Leitungen, Dosen, Schalter und Steckdosen in allen Räumen. Teilweise heißt: einzelne Geschosse oder Stromkreise.
Wände und DeckenIn Massivwänden werden Schlitze gefräst und wieder verputzt. Liegen Trockenbauwände oder offene Wände vor, sinkt der Aufwand.
AusstattungZahl der Steckdosen und Stromkreise, Netzwerk, Smart-Home und Überspannungsschutz verändern den Preis stärker als die Wohnfläche.
ZählerschrankMuss er erneuert werden, ist er oft der größte Einzelposten (siehe unten).
FolgearbeitenPutz, Maler und Bodenbeläge nach dem Leitungsbau sind meist nicht im Elektro-Angebot enthalten.
Was es bei Ihnen kostet, sagt nur ein Angebot aus Ihrer Region.Acht kurze Fragen · bis zu drei Betriebe · kostenlos und unverbindlich
Angebote erhalten

Zählerschrank: der unterschätzte Posten

Der Zählerschrank muss den technischen Anschlussbedingungen Ihres Netzbetreibers entsprechen und Platz für neue Komponenten bieten. In der Auswertung der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz (Stand 07/2026) war der Umbau des Zählerschranks nur in 50 von 160 Angeboten enthalten, in 73 ausdrücklich nicht, in 37 blieb es unklar. Wo ein Preis ausgewiesen war, lag er bei 350–7.765 €†.

Die Folge: Ein Angebot wirkt günstig, und der Zählerschrank kommt später als Nachtrag. Fragen Sie deshalb immer schriftlich, ob der vorhandene Schrank geeignet ist und ob Anpassung oder Erneuerung im Preis enthalten sind. Woran Sie einen veralteten Schrank erkennen, erklärt der Eintrag Zählerschrank.

Nur eingetragene Elektrobetriebe

Nach § 13 Abs. 2 NAV darf die elektrische Anlage hinter der Hausanschlusssicherung nur der Netzbetreiber oder ein Betrieb errichten, erweitern oder ändern, der im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist. Zwischen Hausanschlusssicherung und Zähler gilt das auch für die Instandhaltung. Wollen Sie Vorarbeiten wie Schlitze selbst übernehmen, sprechen Sie das vorher mit dem Betrieb ab – er haftet für die fertige Anlage.

Komplett oder Raum für Raum?

Bei einer Kernsanierung ist die Komplett-Erneuerung die Regel: Die Wände sind offen, die Schlitze kosten kaum zusätzlichen Putz. Im bewohnten Haus wird oft geschossweise erneuert. Dann sollte zuerst der Verteiler neu aufgebaut werden, damit jeder fertige Abschnitt sofort mit Fehlerstrom-Schutz läuft.

Für die Teilsanierung je m² haben wir keine Quelle gefunden, die einen Preis nachvollziehbar belegt; wir nennen deshalb keinen. Lassen Sie sich die Arbeiten je Raum oder Stromkreis anbieten – so können Sie Angebote vergleichen und später weitermachen. Wo Leitungen in der Wand verlaufen dürfen, zeigt der Eintrag Installationszonen.

Denken Sie bei der Planung an morgen: Wärmepumpe, Wallbox, Photovoltaik und Batteriespeicher brauchen eigene Stromkreise und Platz im Zählerschrank. Wer jetzt Leerrohre zu Heizraum, Garage und Dach legt und im Verteiler Reserveplätze vorsieht, spart beim nächsten Projekt das erneute Öffnen von Wänden. Lassen Sie sich diese Vorbereitung als eigene Position anbieten, damit Sie sie bewusst ein- oder ausschließen können.

Förderung

Die Erneuerung der Hauselektrik ist in den Bundesprogrammen BEG-Einzelmaßnahmen und KfW-Heizungsförderung (458) nicht als eigene Maßnahme aufgeführt (BAFA, Stand 10/2026). Ob Elektroarbeiten als Teil einer geförderten Wärmepumpe mit abgerechnet werden können, klären Sie vor dem Antrag mit dem ausführenden Betrieb oder einem Energieeffizienz-Experten. Was für Ihr Gesamtvorhaben möglich ist, zeigt der Förder-Check.

Häufige Fragen

Was kostet es, die Elektrik im Einfamilienhaus zu erneuern?

Portale nennen für die komplette Erneuerung 80–150 €/m² Wohnfläche†. Multipliziert mit Ihrer Wohnfläche ergibt das einen groben Rahmen. Belastbar wird die Zahl erst mit einem Angebot nach Besichtigung, weil Ausstattung und Wandaufbau den Preis stärker bestimmen als die Fläche.

Muss ich die alte Elektrik erneuern lassen?

Eine fachgerecht errichtete Anlage genießt grundsätzlich Bestandsschutz. Bei Umbauten und Erweiterungen gelten für die geänderten Teile die aktuellen Normen. Bei klassischer Nullung oder beschädigten Leitungen spricht viel für eine Erneuerung, weil ein wirksamer Fehlerstrom-Schutz sonst nicht möglich ist – mehr dazu unter Klassische Nullung.

Was kostet ein neuer Zählerschrank?

In den von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ausgewerteten Angeboten lag der Umbau oder die Erneuerung bei 350–7.765 €†. Die große Spanne zeigt, wie unterschiedlich Ausgangslage und Leistungsumfang sind.

Was gehört in ein vollständiges Angebot?

Verteiler und Zählerschrank mit Angabe, ob Netzbetreiber-Anmeldung enthalten ist; Zahl der Stromkreise, Steckdosen und Schalter je Raum; Leitungsverlegung mit Schlitzen und Verschließen; Entsorgung der Altanlage; Prüfprotokoll nach der Fertigstellung.

Begriffe aus dem Baulexikon

Klassische Nullung · FI-Schutzschalter · Zählerschrank · Erdung

Angebotsservice

Drei Angebote von Betrieben, die Arbeiten im Bestand anbieten.

Acht kurze Fragen, rund zwei Minuten. Wir leiten Ihre Anfrage an höchstens drei Fachbetriebe aus Ihrer Region weiter.

  • Kostenlos
  • Unverbindlich
  • Höchstens 3 Betriebe

Bezahlt wird der Service von den Handwerksbetrieben, die eine Anfrage annehmen.

Stand: 10/2026Zuletzt aktualisiert: Redaktion: René Lindelaub