Ratgeber zur Entsorgung bei der Altbausanierung & Entkernung

Mittwoch, 30. Juli 2014 | Autor:

Ratgeber Entsorgung bei AltbausanierungSchon seit vielen Jahren mehrt sich die Meinung, alte Bausubstanz zu erneuern. Zumeist geschieht dies heutzutage aus Energiespargründen, denn die schlecht isolierten Wände eines Altbaus haben eine schlechte Wärmedämmung, man sagt auch, sie haben einen recht hohen sogenannten  Wärmedurchgangskoeffizienten. Aber auch Verschleißerscheinungen können eine Sanierung nötig machen – ja, auch ein Haus währt, ganz gleich wie es gebaut wurde, nicht ewig. Übrigens würde sich oft auch ein Abriss im Zusammenhang mit einem anschließenden Neubau lohnen, der Haken an der Sache ist meistens, dass die Altbauten unter staatlichem Schutz stehen – oder dass der Besitzer einfach das Flair des Altbaus erhalten will, schließlich ist so ein Altbau schon etwas ganz besonderes und etwas vergleichbares (also eine komplexe und ausgefallene Architektur) würde bei einem Neubau mehr kosten. Außerdem kommt ein Altbau nie aus der Mode.

Die bei der Altbausanierung entstehenden Abfälle müssen entsorgt werden. Doch was bedeutet eigentlich der Begriff „entsorgen“? Es sollte an der Stelle kurz gesagt sein, dass eine Entsorgung nicht gleich bedeutet, den Abfall kostenpflichtig wegzuwerfen. Eine Entsorgung kann auch bedeuten, den Abfall zu verkaufen oder zu verschenken. Im folgenden Ratgeber wird erläutert, wie und wo man die bei einer Altbausanierung entstehenden Abfälle entsorgt. Doch dazu sollte durch die folgenden Abschnitte erst einmal geklärt werden, welche Abfälle überhaupt anfallen:

Sanierung zum Nutze der Energieeinsparungen

Alleine aus energietechnischen Gründen fallen unzählige Altbausanierungen jedes Jahr an. Der größte Kostenpunkt ist hier die Dämmung der Wände oder die des Daches. Wenn der Altbau bisher keine Dämmung hatte, so muss mit relativ wenig Abfall in dieser Hinsicht gerechnet werden, je nach Dämmung und je nach vorheriger Dämmung jedoch können auch erhebliche Abfallmengen entstehen. Meist handelt es sich dabei um Glaswolle, Dachpappe, Styropor und etwas Bauschutt. Eine Heizungsanlage kommt ebenfalls sehr schnell in die Jahre, meist lohnt bei Heizungsanlagen mit einem Alter von über 10 bis 20 Jahren (je nach Stand der Technik und der Bauart) der Kauf und Einbau einer neuen Heizungsanlage, alleine weil man dadurch so viel Energiekosten einspart, als dass sich die Investitionskosten nach mehreren Jahren amortisiert haben.

Energie sparen kann man auch mit dem Einbau von Solarpanelen – ganz gleich, ob es sich dabei um Photovoltaik- oder Solarthermieanlagen handelt, in jedem Fall fällt auch hier je nach Einbauart Bauschutt an, der entsorgt werden will. Fenster und Türen sind bei vielen Bauten ebenfalls die Schwachstelle im Energiehaushalt. Nun lohnt sich selbst für Neubauten schon nach einigen Jahren der Einbau von dreifach verglasten Fenstern, einfach nur auf Grund der Energieeinsparung! Da ist die Entsorgung der alten Fenster und Türen fast schon ein Muss.

Sanierung auf Grund von Verschleiß oder Gesundheitsgefährdung

Das Dach selbst muss bei Altbauten auch oftmals erneuert werden, ein Dach hält im Durchschnitt 30 bis teilweise 50 Jahre (je nach Standort bzw. Witterungsverhältnis, Pflege und Bauart). Die Elektrik eines Hauses währt ebenso wie die Wasserrohre auch nicht ewig und bedarf bei Altbauten fast immer einer Sanierung, insbesondere alte Bleiwasserleitungen oder nicht-geerdete elektrische Systeme sollten aus gesundheits- und sicherheitstechnischen Gründen dringend erneuert werden. Je nach Alter kommt es vor, dass damals innovative Produkte zum Bau verwendet wurden, die sich im Nachhinein als gesundheitsgefährdend herausgestellt haben. Dazu zählen nicht nur die Bleiwasserleitungen, sondern beispielsweise auch Asbestverkleidungen am Dach oder als Bodenbelag sowie der noch verheerendere Asbestzement. Beim Altbau entstehen also auch Sonderabfälle, deren Entsorgung sich später als besonders aufwendig und kostenintensiv gestalten wird. Der Verputz eines Altbaus bedarf oftmals ebenfalls einer Erneuerung, weil mit der Zeit schlichtweg Risse und Lücken entstanden sind. Auf der Website des BDE (Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft e.V.) findet man viele weitere nützliche Hinweise und Tipps rund ums Recyceln von Rohstoffen.

Sanierung zur Verbesserung des Wohngefühls und der Ästhetik

Natürlich dienen auch einige der obigen Aspekte der Ästhetik und vor allem dem Wohngefühl eines Hauses. Doch gibt es ein paar Dinge, die nur auf den persönlichen Wunsch des Beteiligten hin saniert werden, in erster Linie handelt es sich dabei um sämtliche Bauelemente, die den Innenausbau betreffen. Beispielsweise muss der alte Bodenbelag oft weichen, ebenso wie die Tapeten oder der Putz. Alte Treppen oder teilweise ganze Wände werden entfernt oder hinzugefügt, je nach Wunsch des Eigentümers bzw. des zukünftigen Bewohners des sanierten Altbaus. Hierbei fällt vielerlei Abfall an, sowohl Teppichabfälle, als auch Fliesen oder Tapeten ebenso wie Ziegelsteine, Rigips, Metall und Holz, Elektroschrott und Wasserohre – kurzum: Nahezu alles, was man sich bei einer Sanierung nur so als Abfall vorstellen kann, zum größten Teil jedoch Bauschutt (jegliche Mineralien, Fliesen, Ziegel, Tapeten, usw.) und Sperrmüll (Möbel, Treppen, Holz, Teppich, Metall, usw.). Ein weiterer großer Aspekt, der ebenfalls fast ausschließlich ästhetischen Ursprungs ist, ist der Wunsch der Sanierung des Gartens. Die hierbei entstehenden Gartenabfälle (z.B. der Rasenschnitt oder einfach der ein oder andere Busch oder Baum) sowie der Erdaushub müssen entsorgt werden. Mittlerweile gibt es zahlreiche Anbieter, wie z.B. doerner-shop.de, die auch einen Containerdienst online zur Verfügung stellen. Man gibt einfach an, welche Art von Abfall entsorgt werden soll und erhält neben einem Termin zur Containeranlieferung auch ein Kostenangebot.

Übersicht der Abfälle inklusive ihrer Entsorgung

Asbest und Asbestzement

Entsorgung Asbestplatten vom Dach

Entsorgung von Asbestplatten auf einem Hallendach

Asbest hat sich als sogenannte „Wunderfaser“ einst in vielen Industriezweigen etabliert, darunter die Schiffahrtsindustrie, die Isolations- bzw. Bauindustrie und die Autoreifenindustrie. Nach mehreren Jahren häuften sich die Gesundheitsgefahren, die von Asbest ausgehen. Heute sind sie wissenschaftlich belegt und teilweise auch als Berufskrankheit anerkannt. Bei der Asbestentsorgung ist deswegen nach den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS 419) auch geregelt, dass die Entsorgungsarbeit ausschließlich von fachkundigem, speziellen Personal durchgeführt werden darf. Wer selbst also an der Sanierung arbeitet, der muss sich an ein Spezialunternehmen wenden, wenn er Asbestzementplatten oder Asbestbeläge abreißen und entsorgen will. Im Grunde darf man den Asbest beim Altbau nicht einmal selbst anfassen. Auf keinen Fall sollte man staubbildende Maßnahmen (Schleifgerätarbeiten oder Ähnliches) durchführen oder Asbestplatten brechen. Hochdruckreinigungen oder alle anderen Arten von Materialabtragungen sind unter allen Umständen verboten. Das Spezialentsorgungsunternehmen muss die Entsorgungsarbeiten vorher beim Gewerbeamt melden und den eigentlichen Asbest in sogenannten BigBags verpacken, die bei der Mülldeponie wiederum mit Mineralien abgedeckt werden, damit auch ja keine Faser austritt.

Metalle (Aluminium, Stahl, Blei, Kupfer etc.)

Jegliche Arten von Metall, ganz gleich ob es sich um das ungesunde Schwermetall Blei, einfachen Stahl oder leichtes Aluminium handelt, Metalle sind für die Entsorgungsbetriebe ein gern gesehener Abfall, weil sich damit richtig viel Geld verdienen lässt. Im Zuge immer teurer werdender Rohstoffpreise nimmt der Trend zum Recycling weiter zu, wodurch die Schrottpreise steigen. Das betrifft im Grunde alle Metalle. Die drei Hauptmetalle, die bei einer Sanierung als Abfall anfallen, sind sehr wahrscheinlich Stahl, Aluminium und Blei. Aus Stahl sind meist alte Treppengeländer, Türbeschläge, Dachrinnen oder Stahlträger. Aluminium bekommt man hauptsächlich durch den Abriss von nicht-tragenden Rigipswänden, deren inneres Gerüst aus Aluminium-Vierkantprofil aufgebaut ist. Das Blei oder Messing fällt als Abfall oft bei der Sanierung alter Rohrleitungen und Sanitäranlagen an.

Auch Kupfer aus der Elektrik ist sein Geld noch wert! Da man beim Schrotthandel in Euro/Kilogramm rechnet, mindert beispielsweise Korrosion nicht den Preis, die Teile werden so oder so eingeschmolzen. Wer bei der Albausanierung also viel Metallschrott hat, der sollte damit zum nächsten Schrotthändler gehen und den Schrott verkaufen. Hierbei ist etwas Vorsicht geboten, die schwarzen Schafe unter den Schrotthändlern spielen ahnungslosen Kunden oftmals hohe Entsorgungskosten vor – wenn das der Fall ist, sollte man einfach einen anderen Schrotthändler aufsuchen, denn jegliche Metalle, auch Schwermetalle, sind immer etwas wert. Extrembeispiel: Selbst wenn bei der Sanierung ein Kilogramm gesundheitsgefährdendes Quecksilber anfällt, sind die Entsorgungskosten nicht hoch – im Gegenteil: Ein Kilogramm Quecksilber sind mehrere hundert Euro wert.

Dachpappe, Holz und andere Arten von Cellulose

Ein weiteres Gut, welches neben Metallen als Abfall noch etwas wert ist, ist Cellulose, am besten und wertvollsten in Form von Papier bzw. Altpapier. Auch Holz und Dachpappe ist demnach noch etwas wert, doch trotz allem zumeist nicht so viel, als dass der Abfallverursacher davon noch etwas mitbekommt. Die Entsorgung dieser Materialien ist entweder kostenfrei oder man muss eine kleine Gebühr entrichten, wenn man den Abfall bei der Mülldeponie entsorgt, die Entsorgung ist alles in allem aber nicht problematisch und in der Regel auch recht günstig. Der Grund: Die Entsorgungsunternehmen verkaufen das Papier an Papierfabriken, an die Bau- oder Energieindustrie. Lohnen wird sich das natürlich erst bei einer Abnahme im Tonnenbereich, da der Kilopreis von Altpapier ziemlich niedrig (im Vergleich zu Metallen) liegt. Nur wer also mehrere Tonnen Altpapier oder Cellulose anzubieten hat, könnte sich einmal mit der örtlichen Papierfabrik in Verbindung setzen, in der Regel kommt man um eine Standard-Entsorgung aber nicht herum.

Elektroschrott

Elektronischer Schrott fällt heutzutage in jedem Haushalt ständig an. Immer ist irgendein Gerät kaputt und muss entsorgt werden – klar, dass auch bei der Sanierung Elektroschrott anfallen kann. Dazu gehören beispielsweise alte Verteilerkästen, Zähler oder Schalter und Steckdosen. Auch alte Geräte (Durchlauferhitzer, usw.) fallen in diese Kategorie. In aller Regel lassen sich von diesem Schrott lediglich die Kabel (wenn man denn mehrere Kilogramm davon hat) gewinnbringend verkaufen.

Das Gute beim Elektroschrott: Trotz, dass man rein intuitiv vielleicht denken möge, Elektroschrott sei Sondermüll, was er streng genommen übrigens auch ist, kann man ihn eigentlich immer kostenlos bei einer Deponie entsorgen. Elektroschrott ist größtenteils Metall- und Kunststoffschrott – insbesondere ersteres hat noch einen hohen Materialwert, und da in Elektrogeräten häufig auch Gold, Silber und Kupfer enthalten ist, lohnt sich die Entsorgung für die Abfallunternehmen der Art, als dass man ihn kostenfrei entgegen nehmen kann.

Bauschutt, Baustellenabfall, Schrott und Sperrmüll (Fenster und Türen, Styropor, Glaswolle, Teppich, Möbel, usw.)

Nun kommen wir zu den etwas kostenintensiveren Abfällen, die bei der Sanierung eines Altbaus anfallen. Wenn die Asbestentsorgung ausfällt, dann ist die Entsorgung von Bauschutt sehr wahrscheinlich das teuerste an der Abfallentsorgung bezüglich einer Sanierung. Gemeint sind hauptsächlich Mineralien (Ziegelsteine, Gasbeton oder Ähnliches) und Verbundwerkstoffe (Teppich, Rigips- und andere Bauplatten) sowie Glasabfälle und andere nicht mehr oder nur noch sehr schlecht weiterverwertbare Abfälle (Styropor oder PVC). Auch Schrott, der aus mehreren Komponenten besteht, die erst noch getrennt werden müssen, kostet in der Entsorgung Geld, beispielsweise Sperrmüll, Fenster und Türen.

Bei der Menge an Mineralien, die beispielsweise aber bei dem Abriss einer Wand entstehen, sind sie das kleinere Übel, da die Kosten bei der Entsorgung nach Gewicht berechnet werden – und so ein Ziegel kann schon einmal so viel wiegen wie die ganze Tür. Die Entsorgung von Bauschutt, Baustellenabfall und Sperrmüll ist also in der Regel kostenpflichtig und erfolgt bei der örtlichen Deponie. Hier gibt es übrigens einen entscheidenden Unterschied: Wenn An dem Ziegel noch Putz, Tapete und Farbe hängt, sind die Entsorgungskosten teurer, weil er dann als Sondermüll gehandelt wird, der nicht weiter verwertet werden kann. Je nach Wohnort gibt es explizit für Sperrmüll (Möbel, Teppiche, usw.) auch die Möglichkeit, diesen abholen zu lassen oder ihn bei einer Sammelstelle in der Nachbarschaft abzugeben – mitunter ist das sogar kostenlos.

Erdaushub und Gartenabfälle

Ein recht simples Unterfangen stellt die Entsorgung von biologischen Materialien oder Erde dar. Gartenabfälle können kostenlos auf sogenannten „Reisigplätzen“ und anderen Sammelstellen für Pflanzenabfälle entsorgt werden. Wer einen Kompost daheim hat, der weiß natürlich ohnehin etwas mit dem Pflanzenschnitt anzufangen. Beim Erdaushub gestaltet sich die Sache etwas schwieriger: Meist kann man die Erde ebenfalls kostenfrei bei Deponien entsorgen, je nach dem kostet es aber doch etwas, das ist regional unterschiedlich. Fakt ist, dass viele Menschen versuchen, ihren Erdaushub über eine Inserierung in einem Anzeigenkatalog (zum Bsp. bei Ebay, Quoka, in der Zeitung oder einfach beim schwarzen Brett in der Gemeindehalle) an Selbstabholer zu verschenken – das funktioniert oft besser als man denkt und ist sicher eine Option.

Zusammenfassung

Sicherlich stellt die Sanierung eines Altbaus eine große Menge Arbeit dar, oftmals jedoch macht man sich zu wenig Gedanken über die Entsorgung, insbesondere dann, wenn man selbst die Sanierung in der Hand hat. Gegen ausreichend Geld gibt es natürlich die Möglichkeit, die Entsorgung von einem Abfallunternehmen durch die Bereitstellung eines Containers übernehmen zu lassen – doch sollte man dann bedenken, dass man beispielsweise den Metallschrott kostenpflichtig hergibt, anstatt etwas dafür zu bekommen. Oftmals ist der Anteil  an Metall aber ohnehin eher geringfügig, sodass es sich insbesondere im Hinblick auf die doch hohe Komplexität bezüglich der Entsorgung verschiedenster Materialien lohnt, auf einen Container eines Abfallwirtschaftsunternehmens zurückzugreifen und so die eigentliche Sanierung im Auge zu behalten – in aller Regel ist das auch die am meisten angewandte Methode. Dennoch ist es sicherlich ratsam, sich über die Abfallentsorgung bei der Altbausanierung nun etwas besser informiert zu haben.

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Thema: Altbausanierung allgemein

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